Newsletter-Archiv

Unser Newsletter-Archiv

Stöbern Sie in unseren letzten Newslettern und lassen Sie sich von unseren Impulsen inspirieren. 

Unsere uma news werden acht Mal im Jahr versendet und sind nicht nur Werbemails für unsere Veranstaltungen, sondern beinhalten immer ein kleines Geschenk: Gedanken rund um die Mythen und Bräuche der jeweiligen Jahreszeit und einen Naturgangimpuls, der zur eigenen Rückverbindung an die Natur vor der eigenen Haustüre einlädt.

Zeit zum Geschichte(n) erzählen

Die Wintersonnwende nähert sich und damit der besondere Raum der dunkelsten Nächte «zwischen den Jahren», also zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar.

Es ist die Zeit der Öffnung, des Orakelns, der Gespräche mit den Tieren. Nach altem Brauch wird nicht gearbeitet, viel geräuchert und es werden eben auch die alten und die ganz alten Geschichten erzählt. Jene vom Ursprung, jene von der Zukunft, und jene, wie wir Menschen zwischen all dem gemeint sind. Aber wie «erzähle ich’s dem Kinde», wenn in der Familie der Stress die Energie oben hält und die Kinder mehr dem Kommerzweihnachtsmann und seinen Geschenken entgegenfiebern als der Einkehr?

 

Ich (Ursula) bin leidenschaftliche Geschichtenerzählerin, kleine Gute-Nacht-Geschichten für die Kinder und Große-Geschichten/die-große-Geschichte-Erzählerin für Erwachsene. Aber manchmal erzähle ich den Kindern auch große Geschichten, besonders jetzt in der dunklen Jahreszeit: jene vom Anfang der Welt und der Heiligkeit der Zeit. Vielleicht helfen sie ja auch den Erwachsenen, in die Tiefe der Zeitenwende einzutauchen?

 

Als Weihnachtsgeschenk für alle hat Ursula nun die «Geschichte der Weihenächte» aufgenommen und in unserem Blog hinterlegt. Viel Spaß beim Eintauchen für Groß und Klein.

 

Neben den Geschichten geht es am uma institut auch immer um eine gelebte Praxis der Rückverbindung mit unserer Tradition und der Natur. Die Rauchnächte laden dazu besonders ein.

Der Naturgang am Ende dieses Newsletters gibt dir Raum, dich an die großen Dimensionen unsere Ursprungsmythen anzubinden und damit den Sprung ins neue Jahr zu schaffen.

 

 

Unsere BÜCHER verschenken? Gerne!

 

Natürlich preisen wir unsere Publikationen gerne als sehr wertvolle und inspirierende Geschenke an. Bestellungen, die bis Dienstagmittag bei uns eingehen, sollten es bis Weihnachten zu dir schaffen. Du kannst direkt übers Bestellformular bestellen.

 

Nächster ONLINE-INFORMATIONSABEND zu unseren Angeboten

 

Am Mittwoch, den 15. Februar 2023, um 20 Uhr

Anmelden kannst du dich hier, wir senden dir danach einen Zoom-Link zu und freuen uns aufs Kennenlernen.

 

 

 

EINZELSEMINARE – Vorschau für 2023

 

WaldZeit-Visionssuche Termine 2023

Vier Tage alleine im Wald, mit einer Vorbereitungszeit und einer Nachbereitungszeit von jeweils 3 Tagen erlebst du deine WaldZeit-Visionssuche bei uns in europäischer Tradition. Du erfährst, was es heißt, dir Zeit zu geben für wirkliche Beziehung mit dir und der Natur, wenn du einmal wirklich viel Zeit hast…

 

Anmelden (auch provisorisch, solange freie Plätze) kannst du dich direkt über unser Anmeldeformular.

 

Juli 2023 im Wendland Donnerstag, 13. Juli (17.00 Uhr) bis Montag, 24. Juli 2023 (13.00 Uhr)

Leitung: Peter Bergner und Céline Fitzé

 

August 2023 im Wendland Dienstag, 8. August (17.00 Uhr) bis Samstag, 19. August 2023 (13.00 Uhr)

Leitung: Ursula und David Seghezzi und Peter Bergner

 

September 2023 im Wendland Mittwoch, 6. September (17.00 Uhr) bis Sonntag, 17. September 2022 (13.00 Uhr)

Leitung: Ursula und David Seghezzi und Anne Wiebelitz-Saillard

 

 

Neujahrsritual – online begleitet

Montag, 2. Januar (18.00 Uhr) bis Donnerstag, 5. Januar 2023 (13.00 Uhr)

Das alte Jahr bewusst verabschieden und am Neuen schnuppern. Sich selbst bei sich zuhause eine kleine feine Auszeit mit Naturgängen und Naturritualen schenken und sich dabei kundig in kürzeren online-Einheiten an- und begleiten lassen. Damit der neue Jahreskreislauf neu gestärkt Fahrt aufnehmen kann.

Leitung: Walle Gairing und Ulla Twenhövel.

 

Mehr Informationen findest du hier. Anmeldungen nehmen wir hier gerne entgegen.

 

In 2023 planen wir im Sommer eine 3monatige Familienauszeit und freuen uns sehr, dass von uns Ausgebildete und erfahrene Seminarleiter*innen folgende Seminare im sommerlich-blühenden Beseland anbieten werden:

 

BaumZeit – alleine 2 Tage mit einem Baum verweilen

Samstag, 10. Juni (18.00 Uhr) bis Freitag, 16. Juni 2023 (13.00 Uhr)

Die BaumZeit ist die «kleine Schwester» der WaldZeit. Nach einer Vorbereitungszeit verbringst du zwei Tage alleine mit «deinem» Baum. Du kehrst abends schweigend zum Übernachten ins Haus zurück und fastest nicht/isst reduziert. Daher eignet sich die BaumZeit für alle Menschen, mit und ohne Vorerfahrung, mit oder ohne leichte körperliche Einschränkungen. Soviel sei verraten: die Erfahrung geht tief und die Beziehung zu Bäumen (und vielleicht auch zu dir selbst?) verändert sich…

Leitung: Anne Wiebelitz-Saillard und Walle Gairing, Co-Leitung Ulla Twenhövel.

 

Mehr Informationen findest du hier. Anmeldungen nehmen wir hier gerne entgegen.

 

 

Das SeelenRad – ein Selbsterfahrungsseminar zum seelischen Heimkommen und Platznehmen in dieser Welt

Erkenne dich selbst! Klingt gut und einfach, ist aber schwierig in dieser komplexen Welt. Und in unserer westlichen, individualisierten Kultur liegt zudem ein Missverständnis vor. Wir meinen uns zu erkennen, wenn wir nur auf uns selbst schauen. Aber erst wenn sich unser Ureigenes einbettet in den großen Zusammenhang von Lebendigkeit, dann geschieht zweierlei: Ich habe einen selbstverständlichen Platz und bin in meiner Kraft. UND ich bin nicht allein und muss auch nicht alles alleine tun.
Ein Seminar zur Selbsterfahrung und zur Vertiefung der Begleitung von anderen Menschen. Mit Naturerfahrungen, Austausch in der Gruppe und Aufstellungsarbeit im Lebensrad.

 

Donnerstag, 22. Juni (18.00 Uhr) bis Sonntag, 25. Juni 2023 (13.00 Uhr) in Beseland

Leitung: Yasmine El-Aghar und Janis Breuel

Alle Informationen über das SeelenRad-Seminar findest du hier

Du kannst dich direkt hier (definitiv oder provisorisch) anmelden.

NATURGANG-IMPULS zur Wintersonnwende am 21. Dezember oder während der Rauhnächte

 

Anbindung an den Ursprung

Vielleicht magst du zur Inspiration für den Naturgang die «Geschichte zu den Weihenächten» auf unserem Blog hören. Ansonsten sei der Anfang davon kurz erzählt (Mythe der pelasgischen Göttin Eurynome, aber analog dazu gibt es diese Art von Ursprungsmythen auf der ganzen Welt): Am Anfang war das Ur, es war «Chaos», nichts und alles. Eurynome tanzte im Ur, teilte die Erde und das Meer, tanzte mit dem Nordwind, der Schlange, und gebar daraus das Weltenei. Daraus ging alles hervor: Deine Landschaft, die Wesen darin, du selbst…

 

Nimm dir für den Naturgang 2-3 Stunden Zeit (oder mehr). Stell dir einen Wecker auf die Rückkehr-Uhrzeit, dann musst du nicht ständig auf die Uhr schauen. Bau dir zu Beginn des Naturgangs eine Schwelle aus Naturmaterialien (Äste, Steine, Blumen, einen Kreis oder eine Linie in den Schnee treten…). Werde gewahr, dass es nichts anderes gibt als diesen kostbaren Augenblick und überschreite dann die Schwelle.

 

Der Impuls lautet:

«Geh über die Schwelle und werde beim Quer-wald-ein-Gehen immer langsamer. Setze, lege oder stelle dich schließlich ganz ruhig hin. Lass dich innerlich immer mehr in die Vergangenheit sinken, soweit, bis die Landschaft um dich herum an das Ur(chaos) erinnert. Warte auf den Ur-Sprungs-Impuls, der dich von dort wieder durch alle Zeiten bis hierher an diesen Ort, in diese deine körperliche Erscheinung und in diese konkrete Zeit zurück pulsiert.»

 

Über deine Schwelle wirst du am Ende zurückkehren und sie wieder auflösen. Spür dabei der Wirkung des Ur-Sprungs nach . Vielleicht magst du die dunkle Zeit der Rauhnächte auch zum Orakeln nutzen und deine Träume aufschreiben. Sie entsprechen den Monaten im nächsten Jahr. Beginne in der Nacht vom 25. auf den 26. Dezember, sie entspricht dem Januar 2023 usw. bis zum 6. Januar = Dezember 2023. Mal sehen, was sich dir schon offenbart…

 

 

Wir senden dankbare Grüße aus dem dunklen und stillen Wendland

Ursula und David

 

 

 

 

 

 

Wir laden dich auf unsere neue Website ein!
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Nächstes Jahr wird das uma institut viel zu feiern haben – 20 Jahre seit der Gründung und 10 Jahre mit eigenem Seminarhaus in Beseland! 
Dazu haben wir uns ein neues, aktuelles Web-Gewand geschneidert:
 

Wir freuen uns, dich auf unsere neue Website einzuladen! 

Das obige Foto des wendländischen Fotografen Dieter Damschen zeigt die Elbe unweit von Beseland. Findest du es auf unserer neuen Website? Wunderschöne weitere Fotos von ihm, vom Naturfotografen Gauthier Saillard, von David Seghezzi und Herbert Rohde mögen dein Herz erfreuen und deine Seele berühren…

 

Schon gewusst? Unsere Angebote für Organisationen
Wusstest du, dass wir seit Jahren auch Teams, Organisationen und Führungskräfte mit dem transformation in natura® – Ansatz begleiten? Unsere Angebote sind endlich übersichtlich aufgezeigt. Wir freuen uns auf Anfragen, Aufträge und kreative Zusammenarbeiten auf dem Weg hin zu einer lebensdienlichen Gesellschaft!

 

Altbekannte und neue Seminare und Naturrituale 
Es gibt weiterhin die altbewährten Seminare und Rituale wie zum Beispiel das Neujahrsritual (2.-5.1.2023). Hier gibt es noch freie Plätze!!
Die Termine für unsere WaldZeit-Visionssuchegruppen (3 Termine in 2023) sind auch veröffentlicht. Es gibt in allen Gruppen noch Platz.

Neu wird nun angeboten: Ein SeelenRad-Seminar vom 3.-6. November 2022 (für Kurzentschlossene gibt es noch zwei freie Plätze) und im Juni 2023. Außerdem gibt es neu die sogenannte BaumZeit im Juni 2023, eine kleine Schwester der WaldZeit. Nach einer zweitägigen Vorbereitung verweilst du zwei Tage bei einem Baum und schließt eine neue Freundschaft…

 

Kennst du Céline schon? Und die anderen Partner*innen?
Céline Fitzé unterstützt uns im Büro und beantwortet viele der Anfragen. Sie und jene, mit denen wir gemeinsam Angebote leiten, sowie die guten Feen im Seminarhaus sind endlich auf unserer Website portraitiert.

 

Und endlich ist auch das «uma netz» sichtbar
Seit 2016 gibt es das uma netz als Verein. Hier haben sich einige der von uns Ausgebildeten für weiteres Forschen und Zusammenarbeiten zusammengeschlossen – ein kreativer Haufen mit Visionen.

 

«…die das Lied vom Leben singt»
Ursulas Liedersammlung (ca. 140 Lieder in den letzten 18 Jahren…) ist endlich übersichtlich und schneller auffindbar auf der neuen Publikationen-Seite Website zusammengestellt. Es ist nun die vollständige Liedersammlung, also auch mit bisher noch nicht publizierten Liedern, vor allem Kinderliedern. Alle Lieder sind noch immer umsonst zu hören und oft mit Noten versehen, zum Mitsingen und Herunterladen. Bei meiner eigenen Visionssuche 2005 hab ich (Ursula) mich überraschend sagen hören: «Ich geh in den Wald und begegne der Frau, die das Lied vom Leben singt!» So irgendwie hört es sich nun im Überblick an – kleine Lieder vom Leben eben!

 

Bücher, Videos und unser Blog
Unsere Buch-Publikationen können weiterhin direkt bei uns bestellt werden. In unserem Blog findest du z.Z. vor allem unsere Videos zur Transformationskompetenz. Weitere aktuelle Gedanken und Inspirationen sollen regelmäßig folgen.

 

Und unsere große Ausbildung «Naturzyklische Prozessgestaltung» 
Unsere Ausbildung mit der zweijährigen Kernausbildung und ihren drei Erweiterungsmöglichkeiten in WaldZeit-LeitungMythodrama und Prozessbegleitung mit Teams ist nun übersichtlich dargelegt und lädt zum Stöbern ein – und vielleicht zum Mitreisen in diesem intensiven Lernprozess auf dem naturmystischen Weg! Die nächste Gruppe startet im Januar 2023 und ist ausgebucht. Der nächste Start ist dann im Januar 2024.

 

Und vieles bleibt bewährt beim Alten: zum Beispiel der Naturgang-Impuls am Ende jeden Newsletters. 
Er verbindet weiterhin die Qualität der Jahreszeit mit den Bräuchen und den Fragen unserer aktuellen Zeit und lädt dich ein, dein Leben in den Kreislauf der Jahreszeiten “einzurhythmisieren”.

 

NATURGANG-IMPULS zum 01. November
Was wäre, wenn…?

Dieser Naturgang beweist auf den alten Brauch , dass am 1. November der Winter beginnt und sich die Tore zur «anderen Welt» öffnen. Traditionellerweise werden nämlich die Gräber der Toten besucht. dem zyklischen Weltbild unserer europäischen Vorfahren entsprechend wurde ihnen sogar ein Gedeck beim Festessen mit gedeckt, um ihnen die Herrlichkeiten «dieser Welt» zu zeigen und sie zur Wiedergeburt anzulocken. Als kleine Totengeister verkleiden sich die Kinder und ziehen von Haus zu Haus, um die Freundlichkeit der Bewohner*innen zu testen, Segen zu bringen und ihre Wiedergeburt vorzubereiten. Der gruselige Brauch von Halloween ist eine verdrehte Version dieser alten, zutiefst innig gepflegten Beziehung zwischen den Lebenden und den Toten. Vom 1. November bis zum 6. Januar wurden Orakelbräuche gepflegt und nach der Zukunft gefragt.

/Was wäre, wenn wir diese Beziehung zum Totenreich wieder aufleben lassen? Was passiert, wenn wir uns für dieses Seelengespräch öffnen? Mit den Verstorbenen wieder Freundschaft pflegen würden?  Kommen gar Botschaften aus dem Totenreich/Seelenraum für die Zukunft?

 

Nimm dir für den Naturgang 2-3 Stunden Zeit (oder mehr). Stell dir einen Wecker auf die Rückkehr-Uhrzeit, dann musst du nicht ständig auf die Uhr schauen. Bau dir zu Beginn des Naturgangs eine Schwelle aus Naturmaterialien (lege Äste, Steine, Blätter oder Gräser zu einem Kreis oder einer Linie und schmücke die Schwelle…). Überschreite diese Schwelle und kehre am Ende auch wieder über sie zurück und löse sie auf. 

 

Vorbereitung vor der Schwelle:

Werde dir vor dem Übertritt der Schwelle gewahr, welches deine innigste Frage für die heutige Zeit ist. Lass dich die Antwort wissen, die du bereits dazu in dir vorfindest. Streife dann sowohl die Frage wie deine Antwort beim Schwellenübertritt von dir ab! Du gehst also ganz frei von Frage und Antwort los. Während du die äußere Landschaft durchstreifst und da und dort verweilst, durchstreifst du gleichzeitig einen Seelen-/Totenraum.

 

Der Impuls lautet:

«Wende dich bewusst dem Verstorbenen und Verwesenden in der Natur zu und knüpfe Freundschaft. Was geschieht mit euch?»

 

Nachspüren bei der Schwelle am Ende:

Beim Übertritt zurück über die Schwelle werde gewahr, welche Botschaft aus dem Seelen-/Totenraum mit dir in die diesseitige Welt huscht. Vielleicht wird dir die Antwort auf deine Frage sofort klar, vielleicht aber auch erst in den folgenden Tagen. Oder vielleicht hat das Verweilen einfach «nur» deine Frage verändert?
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Wir senden herzliche Grüße aus dem Wendland und freuen uns, wenn du dich über mit uns über unser neues Web-Gewand freust!

Ursula und David

Erntedank – Ausgleich schaffen
 
Am 23. September feiern wir die Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche. Wir sinken damit von der oberen, hellen Jahreshälfte in die untere, dunkle Jahreshälfte. Traditionellerweise ist diese «Gleiche» ein guter Augenblick, um innezuhalten und sich um einen Ausgleich zu bemühen.
 
Ich (Ursula) bin gerade heimgekehrt von einem Treffen mit vier Kogi-Indigenen aus Kolumbien https://lebendigezukunft.org/kogi-reise-stationen/ . Sie erzählen auf ihrer Reise durch die deutschsprachigen Länder von ihrem tiefen, lebendigen Seins-Gespräch mit Mutter Erde. Auf Schloss Tonndorf haben wir ein kleines Erntedankfest gefeiert und unseren Austausch mit der Anrufung der vier Himmelsrichtungen begonnen.
 
Sie waren erfreut, dass es diese Traditionen hier auch noch und wieder gibt und ermutigen uns, diesen Weg der Ordnung in die vier Richtungen und des Ausgleichs mit Mutter Erde zu gehen. Denn sie wissen wie wir: Es herrscht Unordnung zwischen uns «modernen» Mensch und unserer natürlichen Mitwelt. Wir leben schon lange nicht mehr im Ausgleich mit dem, was wir von Mutter Natur bekommen.
 
Das Märchen Hänsel und Gretel ist in seiner verdrehten Form das Sinnbild unseres westlichen Tuns: Wir irren erst im Wald/im Leben herum, dann fressen wir ungefragt das Lebe-Kuchen-Haus von Mutter Erde, dann fürchten wir uns, weil wir die Natur zur Hexe gemacht haben, wir verstehen ihre Anleitungen nicht mehr. Wir unterziehen uns nicht mehr ihrer Wandlung, sondern schieben sie stattdessen selbst in den Ofen. Wir verheizen Mutter Erde und klauen ihre Bodenschätze, anstatt dass sie uns ihre Schätze schenkend mitgibt… Wie wahr!
 
Gibt es auch eine andere Geschichte? Gab es sie bei uns? Können wir sie neu schreiben? Die Kogis ermutigten uns, uns an unsere eigenen Geschichten der Liebe, der Verbindung und des Ausgleichs zu erinnern und sie in die Welt zu bringen.
In Erinnerung an unsere eigenen indigenen Vorfahren erzählt das Märchen, wie Hänsel und Gretel demütig und offen dem Zaubervogel bis tief in den Wald folgen, dort von Mutter Erde über Geben und Nehmen und Hegen und Pflegen lernen, sich der Wandlung unterziehen (zerstückelt und gekocht werden) und eine tiefe Anbindung an die Ahn*innenkräfte im Feuer finden (im Feuer verbrannt werden). Mit tiefem Verständnis für Werden und Sterben, den Zyklus des Lebens und den eignen Platz als Menschen darin kehren Hans und Grete dann nach Hause – reich beschenkt von Mutter Erde, ins erwachsene verantwortungsvolle Leben im Dienst am Lebendigen gesetzt.
Eine solche Fassung von Hänsel und Gretel und anderen Märchen als ursprüngliche, kraftvolle europäische Mensch-und-Mutter-Erde-Überlieferung findest du hier https://umainstitut.net/publikationen und kannst sie auch direkt bei uns https://umainstitut.net/bestellformular bestellen.
 
Neben den Geschichten geht es auch um eine gelebte Praxis des Ausgleichs. Die Tradition des Erntedanks lädt uns dazu ein.
Der Naturgang am Ende dieses Newsletters gibt dir Raum, dich selbst in deinem Ausgleichsverhalten ehrlich zu betrachten (gebe ich zu viel/nehme ich zu viel?) und in eine dankende Beziehung zu Mutter Erde zurückzufinden. Sie schenkt uns auch dieses Jahr trotz Trockenheit so viele Früchte und Gemüse!
 
 
 
NATURGANG-IMPULS zur Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche am 23. September
 
Erntedank – Ausgleich schaffen
Vor dem Naturgang bist du zu einer Selbstreflexion eingeladen, die dein Gleichgewicht von Nehmen und Geben in deinen zwischenmenschlichen Beziehungen sortiert. Zeichne dazu eine Tabelle mit 5 Spalten. In die erste Spalte schreibst du eine bestimmte Beziehung (privat oder beruflich), bzw. eine konkrete Situation. In die zweite Spalte kommt «gebe zu viel», in die Dritte «nehme zu wenig», in die Vierte «nehme zu viel» und in die Fünfte «gebe zu wenig». Beachte, dass die «Währung», die du zu viel oder zu wenig bezahlst, sowohl auf der materiellen Ebene wie auch auf der emotionalen Ebene sei kann (z.B. kann ich in einer Beziehungsschieflage dem anderen zu viel Verständnis entgegenbringen, dabei mir selbst zu wenig Respekt meinen eigenen Bedürfnissen gegenüber entgegen nehmen, ein Zuviel an Ärger auf mich nehmen und zu wenig Ehrlichkeit in die Beziehung geben). An welcher Position liegt nun der Handlungsimpuls? Auf welcher Position liegt die Schaltstelle, eine Veränderung in Richtung Gleichgewicht herzustellen?
 
Der Naturgang selbst bringt dich anschließend in Ausgleich mit der Natur, die dir so viel (alles!) zum Leben schenkt. Gestalte ein kleines Erntedankritual im Wald/Garten. Nimm dazu ein wenig Lebensmittel mit. Die Kogis erwähnten, dass die Darbringung nicht an einen Baum gebracht werden dürfe, der uns ernährt, sondern an einen Baum oder einen Ort, der das Wissen hütet und von dem wir nicht essen. Danken bedeutet nicht verhandeln oder «erpressen» (wenn ich danke, musst du mir nächstes Mal auch wieder geben). Der Ausgleich ist ein energetischer und die Lebensmittel sind die Träger unseres Dankes.
 
Nimm dir für den Naturgang 2-3 Stunden Zeit (oder mehr). Stell dir einen Wecker auf die Rückkehr-Uhrzeit, dann musst du nicht ständig auf die Uhr schauen. Bau dir zu Beginn des Naturgangs eine Schwelle aus Naturmaterialien (Äste, Steine, Blumen, Gräser zu einem Kreis oder einer Linie legen und schmücken…). Überschreite diese Schwelle mit deinen Darbringungen.
 
Der Impuls lautet:
«Geh über die Schwelle und lass dich von einem Baum des Wissens rufen. Dort legst du deine Gaben ab und fühlst und sprichst ein Dankesgebet für alles, was du dieses Jahr von Mutter Erde bekommen hast.»
 
Über deine Schwelle wirst du am Ende zurückkehren und sie wieder auflösen. Spür dabei der Wirkung dieser Dankeszeremonie nach und beobachte die Wirkung in deinem Alltag. Vielleicht magst du für die nächsten 6 Wochen bis zum 1. November nutzen, deine Dankeskultur zu Mutter Erde zu pflegen oder auszubauen: mit einem Dankesgebet am Abend, einem Dank vor jedem Essen, einem Dank jeweils am Morgen beim Verlassen des Hauses…?
 
 
Wir senden dankbare Grüße aus dem Wendland
Ursula und David
 
 


Fülle auf altem, gutem Humus. Fülle als zukünftiger, guter Humus.
 
In der Mitte des Sommers, zu Mittsommer, steht die Sonne am Höchsten. Die Vegetation hat sich in ihre größtmögliche Fülle ausgedehnt. Sie wächst auf gutem Humus. Und wird zum Humus von morgen. Bist auch du auf gutem Humus gewachsen? Und lebst du so, dass du zu gutem Humus für die nächsten Generationen wirst?
 
Wir sitzen zurzeit im Basislager mitten in einem norddeutschen Wald (s. Foto) und hüten den Raum für zehn Menschen zwischen 24 und 71 Jahren, die gestern für vier Tage und Nächte alleine in den Wald aufgebrochen sind. Nach einem kühlen Regen ist es nun still in diesem Wald. Er ist besonders, weil er nicht wie fast alle norddeutschen Wälder im Mittelalter abgeholzt und danach neu aufgeforstet wurde. Sondern weil er immer schon Wald war und darum über eine lebendige, dicke Humusschicht verfügt. Unsere Teilnehmer*innen sitzen also vier Tage und Nächte auf dem Friedhof vergangener Wälder und finden hoffentlich den Frieden, die Ruhe und Kraft, daraus in ihre ganze Fülle zu erwachsen. Durch die neu vertiefte Beziehung zur Natur wird es für diese Menschen einfacher und natürlicher sein, aus der gesellschaftlich praktizierten Konsumfülle auszutreten und in eine Fülle von Fürsorge zu wachsen. So werden sie selbst zum Humus für eine füllig-lebendige Welt von morgen.
 
Der Naturgang am Ende dieses Newsletters lädt dich dazu ein, dich mit der Frage zu beschäftigen, wie du selbst zum Humus für die zukünftigen Wesen (Menschenwesen und alle mehr-als-menschlichen Lebewesen) wirst.  
 
 
NATURGANG-IMPULS zum 21. Juni
 
Lebst du so in Fülle, dass du zu gutem Humus wirst?
Diese Frage beinhaltet implizit die Aussage, dass es eine Fülle gibt, die nicht lebensdienlich ist, weil sie nur auf sich selbst bezogen ist und den Planeten ausbeutet. Geben und Nehmen sind dann nicht in Balance. Unsere westliche Gesellschaft lebt in dieser Art entgleister Fülle. Aber gibt es eine andere? Eine, die von der Fülle der Zukunft her handelt?
 
Nimm dir für den Naturgang 2-3 Stunden Zeit (oder mehr). Stell dir einen Wecker auf die Rückkehr-Uhrzeit, dann musst du nicht ständig auf die Uhr schauen. Bau dir zu Beginn des Naturgangs eine Schwelle aus Naturmaterialien (Äste, Steine, Blumen, Gräser, Kreis oder Linie in Boden treten und schmücken oder ein Tor bauen und schmücken…). Über diese Schwelle wirst du am Ende auch zurückkehren und sie wieder auflösen.
 
Der Impuls zu Mittsommer lautet:
«Überschreite die Schwelle und untersuche die Beschaffenheit von gutem Humus. Wie sollst du leben, um so zu werden?»
 
Wir senden füllig-stille Mittsommergrüße direkt aus dem Waldstück «Lissa» im nördlichen Wendland
Ursula und David
 
 
 

Entfaltung geht unterschiedlich schnell…
 
Am 1. Mai dreht sich nach altem Kalender das Jahresrad vom Frühling in den Sommer, auf die höchste Entfaltung zu. Allerdings ist der Weg dorthin sehr unterschiedlich, wie uns die Natur zeigt.
 
Gestern fuhr ich wie jeden Tag mit meinem geliebten Lastenrad zum Kindergarten und begegnete dabei den Büschen und Bäumen am Wegesrand. Ich war (wieder einmal) erstaunt und verwundert darüber, wie unterschiedlich schnell die einzelnen Wesen in die Entfaltung streben. Während die Kirsche in voller Blüte steht und gen blauen Himmel leuchtet, ist der Weißdorn auf halber Strecke und die Buchen zeigen sich noch sehr zögerlich. Die Eichen stehen noch kahl als hätten sie den Frühling verschlafen und die Birken an diesem Wegesrand – sie haben aufgrund der Trockenheit der letzten Jahre den Weg in einen neuen Sommer nicht geschafft. Wie kahle Skelette ragen sie in den frischen Himmel.
 
All dies erlebe ich auf meinem Weg durch die Natur gleichzeitig. Legt die Natur eine Wertung in diese Unterschiedlichkeit? Bedeutet schneller auch besser? Nein, alles ist so, wie es ist. Jedes Ding will seine Weile haben, jedes Wesen seinen ureigenen Rhythmus, jede Entfaltung den eigenen Verlauf. Und wenn ich mich selbst dieses Jahr auf meinem Weg in die sommerliche Entfaltung betrachte? Bin ich langsam unterwegs? Oder voller Kraft? Und wenn ich meine inneren Lebensbereiche auffächere: Mit was steh ich bereits in voller Blüte wie die Birnbäume? Wo geh ich noch mit Knospen schwanger wie die Eiche? Und welche Aspekte in mir sind abgestorben wie die trocken gefallenen Birken? Wie begegnet mir der Tod inmitten des praller werdenden Lebens?
 
Der Naturgang am Ende dieses Newsletters lädt dich dazu ein, dich selbst im Kontakt mit den Naturwesen aufzufächern und dir und allem, was sich entfaltet, urteilsfrei zu begegnen.
 
 
 
NATURGANG-IMPULS zum 1. Mai
 
Entfaltung gleichzeitig ungleichzeitig
Dieser Impuls lädt dich ein, mit den Entfaltungskräften der aktuellen Jahreszeit mitzuschwingen und über die Schwelle vom Frühling in den Sommer zu gehen. Dabei gehst du in Resonanz mit dem Thema «unterschiedliche Entfaltungstempi». Vielleicht gehörst du zu jenen, bei denen sich neulich eine Bremse gelöst hat und alles wie geschmiert gelingt. Oder du bist eher zögerlich oder zaudernd unterwegs. Oder aber du gehst erschöpft aus diesem Winter und Frühling hervor und musst alles ganz langsam angehen.
 
Nimm dir für den Naturgang 2-3 Stunden Zeit (oder mehr). Stell dir einen Wecker auf die Rückkehr-Uhrzeit, dann musst du nicht ständig auf die Uhr schauen. Bau dir zu Beginn des Naturgangs eine Schwelle aus Naturmaterialien (Äste, Steine, Blumen, Gräser, Kreis oder Linie in Boden treten und schmücken oder ein Tor bauen und schmücken…). Vielleicht magst du diesmal die Schwelle mit einem kleinen Gebet überschreiten? Was kommt dir spontan über die Lippen? Kehre nach dem Naturgang wieder zu dieser Schwelle zurück und halte kurz inne, was du jetzt fühlst. Welches Dankesgebet will sich ausdrücken?
 
Der Impuls lautet:
«Überschreite die Schwelle und geh beim Herumstreunen in Kontakt mit unterschiedlichen Naturwesen (Bäumen, Büschen, Gräsern) und nimm deren aktuellen Entfaltungsstand wahr – durch Sehen, Riechen, Berühren, aber vor allem durch inneres Mitfühlen. Wie weit ist deren Weg bis zur vollen Entfaltung in diesem Sommer fortgeschritten? Dabei fühle in dich und stelle dir dieselbe Frage: Wie weit wirst du dich dieses Jahr entfalten und wie weit bist du auf diesem Weg fortgeschritten? Kannst du der Antwort urteilsfrei lauschen und einfach in dem gigantischen, natürlichen Entfaltungsstrom auf deine Weise und mit deiner ureigenen Geschichte mitschwingen?»
 
Der Frühling hat sich auch hier in unserem Garten voll ausgebreitet und schreitet nun entlang der wärmenden Sonnenstrahlen Richtung Sommer. Kirschblütenhafte Grüße aus Beseland
 
Ursula und David
 
 
 

 

Sich zeigen – was gehört dazu?
 
Am 21. März gehen wie im Jahreszeitenrad über die Schwelle von der dunklen zur hellen Jahreshälfte. Wenn wir davon ausgehen, dass auch wir Menschen Natur sind (was eigentlich keine philosophische Frage ist, sondern Evidenzerfahrung), dann gehen die Themen im Außen immer auch in Resonanz mit uns innen. Außen startet jetzt mit den wärmeren Tagen eine Explosion an Ausdruck – Blumen erblühen, Stauden schießen in die Höhe, aus den Knospen quillt Blüte und Blatt.
 
Dieser Newsletter zur Frühlings-Äquinox ist darum dem Thema «sich zeigen» gewidmet. Das was innen ist soll nach außen in gelebten und geteilten Ausdruck gebracht werden. Innen in uns leben Gefühle, Meinungen, Weltansichten, Freude und Störungen – manche bewusst, manche unbewusst. Manche geleitet von Verbundenheit, andere hervorgerufen durch trennende traumatische Erfahrungen. Und darum geht es nicht nur darum, sich zu zeigen und «seine Meinung rauszuhauen», sondern sehr wohl wahrzunehmen, aus welchem «Winterhalbjahr», aus welcher Quelle, aus welcher Gesinnung und in welchem Sinn wurzeln meine Gefühle und Meinungen. Und beim Herauszeigen sich nicht nur selbst zu sehen, sondern ebenso die Umgebung wahrzunehmen, die Atmosphäre rundherum, die Qualitäten und Erfahrungen der anderen – und zwar der anderen menschlichen Wesen wie auch der mehr-als-menschlichen Welt. Denn wenn wir im «uns zeigen» nur auf uns selbst bezogen bleiben, tragen wir am Ende zum trennenden und Spaltenden bei anstatt dass wir Raum geben und Raum sind, damit neue Ideen für diese großen Herausforderungen unserer aktuellen Zeit sprießen können.
 
Der Naturgang am Ende dieses Newsletters lädt dich dazu ein, über die Schwelle vom Dunklen zum Hellen, vom Unbewussten zum Bewussten, vom Eigenen ins Geteilte zu gehen und dabei innezuhalten und wahrzunehmen, in welcher Quelle du verbunden bist, oder auch nicht – und falls nicht, sollen die Wurzeln der Verbundenheit gestärkt werden.
 
 
NATURGANG-IMPULS zum 21. März
 
Sich zeigen – was gehört dazu?
Dieser Impuls lädt dich ein, mit den Kräften der Jahreszeit mitzuschwingen und über die Schwelle der Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche zu gehen. Dabei gehst du in Resonanz mit dem Thema «dich zeigen». Vielleicht gehörst du zu jenen, die damit nie Probleme hatten, dann erforsche deine jetzige Verfasstheit. Vielleicht gehörst du zu jenen, die sich zwar zeigen, darin aber bisher eher nur auf sich selbst bezogen waren? Oder du gehörst zu jenen, die sich bis anhin eher zu wenig gezeigt haben und jetzt Anlauf holen, um sich mal «rauszuhauen» (ermutigt durch die vielen, die sich auf allen möglichen Kanälen ungeschönt Dampf ablassen)? Oder du zeigst dich bisher zu wenig, um andere nicht zu irritieren und bist daher noch ungelenk und ungeübt? Wie auch immer, draußen bist du mit allem willkommen, dich zu erkunden und in den Reigen des Lebens einzufügen.
 
Nimm dir für den Naturgang 2-3 Stunden Zeit (oder mehr). Stell dir einen Wecker auf die Rückkehr-Uhrzeit, dann musst du nicht ständig auf die Uhr schauen. Bau dir zu Beginn des Naturgangs eine Schwelle aus Naturmaterialien (Äste, Steine, Schneckenhäuser, Laub, Gräser, Kreis oder Linie in Boden treten und schmücken, ein Tor bauen…). Halte kurz inne und horche in dich hinein, welche Meinung oder welches Gefühl oder welche Idee in dir wohnt, die gerne nach außen gebracht und geteilt und in der Welt Gestalt annehme will. Bei der Rückkehr über diese Schwelle kannst du wieder innehalten und spüren, ob sich daran oder in deiner Seinsweise etwas verändert hat. Am Ende deines Naturgangs löst du die Schwelle wieder auf, so wie du überhaupt jedes Mal alles, was du während deiner Naturzeiten gestaltest, am Ende wieder auflöst.
 
Der Impuls lautet:
«Geh über die Schwelle und finde im Gelände ein Tor oder einen Durchgang. Das ist die Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche. Bevor du darüber schreitest/hindurchschlüpfst, werde dir gewahr, in welcher Verfassung du aus dem letzten halben Jahr in die sichtbare Welt/die obere Jahreshälfte emporsteigst. Fühle das, was sich durch dich zeigen will. Dann drehe aber noch eine Runde auf der «Winterhalbjahresseite» und lass dich ins Verweilen und Verbinden locken – wie fühlst du, dass du im Gewebe des Lebens verwurzelt bist, dazu gehörst, aufgehoben bist, dich niederlassen und einfach sein kannst? Koste dieses Gefühl so lange und so tief aus, wie es gerade möglich ist.
Dann durchschreite das Tor und schau, was sich auf der anderen Seite tut/zu was du dort aufgerufen wirst, dabei zu sein. Mach einfach mal mit mit dem, was die Naturwesen zu dieser Jahreszeit umtreibt. Am Ende schau, ob und wie es stimmig ist, deine Meinung oder dein Gefühl zum Ausdruck zu bringen – oder wahrzunehmen, wie es sich verändert hat und was eigentlich von dir gezeigt werden will?»
 
Wir senden zart-kraftvolle Grüße aus Beseland
 
Ursula und David
 
 
 

 

Es lebe die Freiheit! Welche Freiheit?

 
Nach altem Kalender beginnt am 1. Februar ein neuer Frühling – noch zart und hauptsächlich in der Wahrnehmung der zunehmenden Helligkeit pirscht er sich aus dem alten Winter heraus einem neuen, blühenden Sommer entgegen. Dazu gehört immer das Ringen zwischen Kalt und Warm, Sturm und Milde, Festigung und Loslösung, Beharren und Aufbruch.   
 
Dieser Newsletter zum Frühlingsbeginn ist dieser Spannung gewidmet. Es sieht so aus, als ob sich diese Spannung auch in unserer Gesellschaft diesen Frühling sehr zuspitzen wird. Umso wichtiger ist die Frage: Was braucht es, damit diese Spannung nicht zerstörerisch, sondern fruchtbar wird? Wie macht die Natur das jedes Jahr?
 
Zur Frühlingsqualität gehört im Lebenskompass, dem europäischen Lebensrad, auch der Begriff Freiheit. Er ist zurzeit ja in aller Munde, und zwar in ganz unterschiedlichen Bedeutungen! Was also ist Freiheit genau? Was flüstert die Natur? Was sagt die Tradition? Die Wortbedeutung verrät schon einiges, was uns anregen kann, denn Freiheit bzw. frei hat als Ausgangspunkt nicht das einzelne Individuum, sondern die Beziehung. Das Herkunftswörterbuch schreibt dazu: Das Adjektiv vri (mittelhochdeutsch), bzw. fri(althochdeutsch) gehört zu der indogermanischen Wurzel prai-, was «schützen, schonen, gernhaben, lieben» bedeutet. Altindisch prijy-h ist der Geliebte, der Freier in seiner ursprünglichen Bedeutung von Liebhaber, im Zusammenhang stehend von dem Freund und mit fridu (althochdeutsch) für Friede. Als freie Menschen werden also jene bezeichnet, die ich liebe und die ich im Frieden schütze, also in einer Clanstruktur die Verwandten. Freiheit ist also ein Gemeinschaftsbegriff. Die Frühlingsgöttin Frija trägt als Liebesgöttin diesen Namen und gab hat dem Freitag seine Bezeichnung als Tag der Liebe (so wie in den romanischen Sprachen die römische Venus dem Venerdi/vendredi den Namen gab). Erst später im Zuge der Patriarchalisierung verwendeten die Germanen den Begriff frei als trennenden Begriff der Rechtsordnung zwischen frei = vollberechtigt in der Gemeinschaft und unfrei = Sklaven und Unterworfene. Später im Zuge der Individualisierung ergab sich daraus der Gedanke der äußeren politischen wie der inneren geistig-seelischen Freiheit im Sinne von «ungebunden, unabhängig, nicht beengt», oft auch im Kampf gegen die Freiheit der anderen. Von Liebe, Schutz und Frieden ist da nicht mehr viel übrig geblieben…?
 
Lädt uns also die Frühlingskraft besonders in diesem Frühjahr 2022 ein, den gängigen, individualisierten Freiheitsbegriff zu weiten und von dieser liebenden Tradition und der allumfassenden Natur zu lernen? Ein Naturgang am Ende des Newsletters lädt zu einer persönlichen Forschungsreise ein.
 
 
NATURGANG-IMPULS zum 1. Februar
 
Der Freiheit auf der Spur…
Dieser Impuls lädt dich ein, dir deines bisherigen Freiheits-Begriffes gewahr zu werden und dich dann zu öffnen, ob du darüber hinaus neue/weitere Facetten von Freiheit von der Natur lernen kannst.
 
Es ist schön, den Naturgang in der Morgendämmerung durchzuführen – der Morgen entspricht im Tagesverlauf dem Frühling. So bekommst du etwas von der Qualität der Erneuerung mit. Aber natürlich kannst du auch zu jeder anderen Tageszeit diesen Naturgang machen. Nimm dir für den Naturgang 2-3 Stunden Zeit (oder mehr). Stell dir einen Wecker auf die Rückkehr-Uhrzeit, dann musst du nicht ständig auf die Uhr schauen. Bau dir zu Beginn des Naturgangs eine Schwelle aus Naturmaterialien (Äste, Steine, Schneckenhäuser, Laub, Gräser, Kreis oder Linie in den Schnee treten…). Werde dir vor dem Schwellenübertritt bewusst, welchen Freiheitsbegriff du in dir trägst und der dich in deinem bisherigen Handeln ausrichtete. Streife ihn für die Zeit des Schwellengangs ab und werde ganz offen für das, was dir in der Natur begegnet. Bei der Rückkehr zu Schwelle kannst du spüren, ob und wie sich dein bisheriges Verständnis über Freiheit durch den Naturgang geweitet hat.
 
Der Impuls lautet:
«Geh über die Schwelle und frage ein einzelnes Naturwesen nach seiner Freiheit – indem du an ihm riechst, seine Gestalt tanzt, mit ihm ein lautes Gespräch führst. Also sei ganz sinnlich in der Kommunikation. Dann «frage» noch den Wald als Ganzes und die Wolken. Sei also mit allem in Beziehung und erspüre hinterher, wie es sich in dir anfühlt in Bezug auf Freiheit.»
 
Wir senden zarte, weiße Birkengrüße aus Beseland
 
Ursula und David
 
 
 

 

 

Wo ist der Ort der Stille…?

 
Wir befinden uns im Jahresverlauf am Ende der großen, sinkenden Energiebewegung von Mittsommer zur Wintersonnwende. Ein Jahr rundet sich und während draußen die Dunkelheit auf ihre maximale Ausdehnung zusteuert und die Kälte uns nach drinnen ruft, beschäftigt viele von uns die spannungsgeladene gesellschaftliche Situation. Alles wirkt eher wie eine Zuspitzung unversöhnlicher Positionen anstatt wie Einkehr in die ursprüngliche Verbundenheit.  
 
Dieser Newsletter zur Wintersonnwende – oder diesmal etwas früher – sucht nach dem Sinn und der Chance in dieser großen Transformationsbewegung. Wir senden ein neues Video zur aktuellen Pandemielage aus Sicht naturzyklischer Prozessbegleitung und stimmen mit einem Lied und einem Naturgangimpuls (s.u.) auf die Stille ein. Denn ohne Bezug zu diesem Ort der Stille fühlt sich die gesellschaftliche Situation entweder sinnlos oder wahn-sinnig an. In diesem Sinne also: Die Winter-Jahreszeit kann uns helfen, innezuhalten, einzukehren und den Weg über die Stille in eine neue Verbundenheit zu finden. Einzig unseren Willen müssen wir danach ausrichten.
 
Ein kleines Liedgeschenk
Mitten in all die Auseinandersetzungen dieser Zeit hat sich ein kleines Liedchen in mein Herz geschlichen. Mir spendet es Trost und weist den Weg zur Quelle.
 
Wo ist der Ort der Stille in mir?
Dort, wo der Kampf zwischen mir und dir
in sich zusammenfällt.
 
Wo ist der Ort der Stille in mir?
Dort, wo mich die Dunkelheit
zärtlich umhüllt.
 
Wo ist der Ort der Stille in mir?
Hier, wo von alleine
Aus der Tiefe Liebe quillt –
 
die niemandem und alle
absichtslos und ohne Zweifel
mir und dir
und allem Leben gilt.

Text und Melodie: Ursula Seghezzi, im Dezember 2021
 
NATURGANG-IMPULS zum 21. Dezember
 
Den Ort der Stille finden
Dieser Impuls lädt dich ein, der Bewegung des Sinkens bis auf den Grund zu folgen – also freiwillig «zu Grunde zu gehen». Du bist einverstanden, dass mit dem Schwellenübertritt dein Kämpfen und Wollen und Wissen freigegeben wird, sodass sich Weite und Weichheit breitmachen können. Diesen Weg der Öffnung nennt man in der Mystik den «Weg der Läuterung». Läutern kommt von «lauter» im Sinne von rein. Um diese Reinigung zu unterstützen, kannst du Räuchersachen oder eine Wasserflasche mitnehmen.
In diesem Sinne ist dieser Impulse ein Folgeimpuls zum Naturgang vom 1. November. Du kannst ihn mit deinen eigenen Themen füllen und/oder in Bezug zu deinem Umgang mit der Pandemie, den Verordnungen und deinen emotionalen Reaktionen setzen.
 
Es ist schön, den Naturgang in der Abenddämmerung oder im Dunkeln durchzuführen. Nimm dir für den Naturgang 2-3 Stunden Zeit (oder mehr). Stell dir einen Wecker auf die Rückkehr-Uhrzeit, dann musst du nicht ständig auf die Uhr schauen. Bau dir zu Beginn des Naturgangs eine Schwelle aus Naturmaterialien (Äste, Steine, Schneckenhäuser, Laub, Gräser, Kreis oder Linie in den Schnee treten…). Werde dir vor dem Schwellenübertritt bewusst, dass du mit diesem Schwellengang zum tiefsten Punkt im Jahreskreislauf reist – dort wo die Wende sich von alleine vollzieht.
 
Bevor du die Schwelle ins Zauberland der Mittwintersonnwende trittst, verweile und sprich laut aus, mit welcher klaren Meinung zum Thema Pandemie und Impfen und Verordnungen du identifiziert bist. Erkunde auch das Gefühl, dass hinter dieser deiner Meinung liegt. Beim Schwellenübertritt streifst du dir Meinung und Gefühle ab – vielleicht magst du dazu räuchern oder tönen oder schütteln oder dich mit Wasser waschen. Der Impuls lautet:
 
«Geh über die Schwelle und verweile an einem Ort. Dehne deine Aufmerksamkeit von dir bis zu den Wesen an diesem Ort und weiter bis zum Himmel aus. Erlaube, dass die Stille aus der Weite des Alls in dich hineinfallen darf. Was geschieht?»
 
Wir senden dunkle Wintergrüsse aus dem stillen kleinen Dörflein Beseland, in dem die Häuser in einem Kreis stehen und die alten Dielenfenster abends hell erleuchtet wie Kalendertürchen einen Einblick in das Innere der Häuser schenken…
 
Ursula und David
 
 
 
 


Mit dem magischen Flug der Gans… 


Wir sind über die Schwelle des 1. Novembers getreten. Nach altem Kalender beginnt nun die Jahreszeit des Winters, wo alles eingeht in den Schoss der Erdenmutter und daraus im Frühling gewandelt und erneuert wieder hervorkommt. In den mitteleuropäischen Märchen heisst die Erdenmutter oft «Frau Holle». Ihr sind auch jene Tiere gewidmet, die jetzt im November hier in Norddeutschland über den Himmel ziehen: die Gänse.
 
In geordneter Flugformation ziehen die Wildgänse schnatternd fort. Ergriffen geht der Blick zum Himmel: Wohin sie wohl ziehen mögen?
 
In alter Mythologie stehen die Gänse nicht nur für den realen Winterflug, sondern auch für den magischen Flug: Sie fliegen ins Land der Seele, heim zur Holle, dorthin wo wir herkamen und wieder hingehen, dorthin, wo die Ahnen wohnen, dorthin, wo das Zukünftige entsteht, dorthin, wo das Geheimnis und die Schöpferkraft wohnen. Wer nach altem Brauchtum (das dann auf den christlichen Sankt Martin übergegangen ist) eine Gans isst, hat Anteil an diesem magischen Flug. Gewürzt wird die Speise mit Beifusskraut, was einerseits bei der Verdauung hilft, aber andererseits eben auch das hiesige Räucherkraut ist, das den Seelenflug unterstützt.
 
Letzten November entstand ein Lied, das die Sehnsucht nach diesem magischen Flug beschreibt:
 
Es fliegen, es fliegen die Gänse,
zu Tausenden fliegen sie dahin.
Ins Abendrot fliegen die Gänse,
sie fliegen, was weiss ich, wohin?
 
Ich flieg mit, ich flieg mit, mit den Gänsen,
ganz mutig am Himmel dahin.
Ich fliege hinaus über das, was ich kenne,
ich flieg mit den Gänsen dorthin!
 
«Hinaus über das, was ich kenne» – heute wichtiger denn je?
Gesellschaftlich (be)kümmert uns die Verhärtung der Meinungen rund um den Umgang mit der Pandemie. Eine Meinung zu haben ist notwendig, aber das Beharren auf der eigenen Meinung, das fehlende Mitgefühl für Menschen anderer Meinung und die Abwertung «des Anderen» sind das Problem. So entsteht nicht Respekt, sondern Spaltung. In unserem Lebensrad – das an die Jahreszeiten angelehnt ist – bedeutet der 1. November, dass wir die Identifizierung mit unseren Meinungen preisgeben, um im «Land des Winters» die dahinterliegende Einheit zu erfahren. Die Gans ist – im naturmystischen Sinn – das «Flugtier», das uns in diese Welt bringt hinter die Meinungen, in die Welt des Seins, der Verbundenheit, des Ursprungs von allem (sowohl von unterschiedlichen Menschenmeinungen wie auch von den Viren…). Da, wo ALLES aufgehoben ist im Kessel von «Mutter Erde». Da, wo wir vielleicht zu neuen Inspirationen und Erkenntnissen kommen, wie die Spaltung überwunden werden kann. Der Flugpreis, den wir zu bezahlen haben, ist genau das (verbissene) Beharren auf der eigenen Ansicht…
 
NATURGANG-IMPULS zum 1. November
 
Über das Bekannte hinausfliegen
Dieser Impuls lädt dich ein, dich für das «noch-nicht-Gewusste» zu öffnen, und dies mit allen Sinnen in Beziehung zur Natur und zur jetzt beginnenden Winter-Jahreszeit. Du kannst ihn – wie unten beschrieben – ganz gezielt auf die jetzige Pandemie-Situation und die gesellschaftlichen Regelungen beziehen. Oder du wählst ganz frei ein Thema, das dich beschäftigt. Der Impuls hat mehrere Stationen (s.u.).
 
Nimm dir für den Naturgang 2-3 Stunden Zeit (oder mehr). Stell dir einen Wecker auf die Rückkehr-Uhrzeit und ziehe los (dann musst du nicht ständig auf die Uhr schauen). Bau dir zu Beginn des Naturgangs eine Schwelle aus Naturmaterialien (Äste, Steine, Schneckenhäuser, Laub, Gräser…). Werde dir vor dem Schwellenübertritt bewusst, dass du mit diesem Schwellengang (nach altem Kalender) von der Jahreszeit des Herbstes in den Winter wechselst.
 
Verweile an der Schwelle noch einen Moment und gehe in dich:
Welche klare Meinung hast du zur Pandemie, den Corona-Regelungen, dem Impfen etc. (befürwortend oder ablehnend)? Finde an der Schwelle ein Symbol für deine Meinung und nimm es mit.
 
Der Impuls lautet:
«Nach deinem Schwellenübertritt widmest du dich deinem ‘Meinungs-Symbol’. Untersuche es mit Augen und Händen und bewege dabei die Frage: Welche Sorge oder gar Angst steckt hinter meiner Meinung? Fühle die Angst in deinem Körper und benenne sie laut.
–       Verbinde dich dann bewusst mit den Gänsen (oder anderen Vögeln, die du vielleicht über dir sehen kannst oder von denen du weißt, dass sie über dir fliegen).
–       Wecke in dir den Mut, über das dir Bekannte hinauszufliegen.
–       Lege bewusst deinen Meinungsstock samt der Angst nieder
Innerlich fliegst du nun mit den Vögeln und physisch läufst du auf der Erde weiter in ein unbekanntes Gebiet (selbst wenn du den Wald kennst, wirst du auf dir noch nicht Bekanntes stossen). Was zeigt sich dir da?»
 
Zurück an der Schwelle formulierst du die Botschaft, die aus deinem Erleben mit zurück in den Alltag kommt und schlägst den Bogen zu deiner ursprünglichen Meinung. Wie hat die Naturerfahrung deine Meinung erweitert oder verändert?
 
 
Aus dem Land der Wildgänse und des Nebels und der Dunkelheit senden wir herzliche Novembergrüße
 
Ursula und David
 
 

 

Naturmystik- Seelenreise und Politik…


Wir freuen uns, euch mit diesem Newsletter die Geburt unseres Sohnes Anuk Yoann Matteo kundzutun. Der kleine Anuk ist am 3. August gesund und kräftig bei uns zuhause auf die Welt gekommen!
 
Allerdings hat sich an seine Geburt für mich (Ursula) eine unfreiwillige Seelenreise angeschlossen – durch hohen Blutverlust bin ich einmal bis zum Lichttor gereist und habe (unter anderem mit Hilfe der Schulmedizin und vielen Blutspenden) den Weg wieder zurück ins Leben gefunden. Wir feiern also ein doppeltes Glück und sind dabei, meine Reise und Davids Stunden der Angst zu verarbeiten, um sie in Gold zu verwandeln.
 
Zeitgleich zur Anuks Geburt ist das neue Märchenbuch «Frau Holle und die Goldtochter» erschienen. Die wunderbaren Illustrationen von Christa Unzner haben mich im Vorfeld auf diese Geburt und die Seelenreise intensiv begleitet, als ob ich etwas geahnt hätte!
 
Denn die alten Märchen erzählen ursprünglich von Initiationsreisen, und zwar nicht nur vom Kind ins Erwachsenwerden, sondern sie beschreiben jede Seelenreise, die am Ende zu mehr Wachstum und Lebensdienlichkeit führt. Diese Seelenreisen führen ins Reich der Frau Holle und durchs Goldtor zurück. Davon mag ich berichten, um die Wichtigkeit solcher Seelenbilder (und die Wichtigkeit, sie bereits Kindern zu vermitteln!) zu unterstreichen. Oder anders: Wer frühzeitig von diesen Bildern «trinkt», kann sich im Notfall von ihnen leiten lassen!
 
 
Im Vorfeld der Geburt hat mich das Bild vom Sprung in den Brunnen immer wieder angezogen. Es kam der Satz «ich muss mich ganz vom Rand abstossen» – so wie es Christa Unzner gezeichnet hat. Verbunden waren damit Gefühle der Hingabe und Freiheit, aber auch der Angst.
 
 
Wer eine solche Reise der «Ohn-Macht» antritt (freiwillig wie bei einer WaldZeit oder unfreiwillig wie bei einem Notfall), landet im Reich der Frau Holle. Da sitzt sie wie im Märchen und spinnt an einem silbernen Faden. Sie ist die Schicksalsmacht, in deren Hände wir uns begeben, wenn das Leben eben buchstäblich nur noch an einem silbernen Faden hängt. Wir können wie die Goldtochter in Demut und mit gutem Willen bei ihr sein, aber ob der Faden weiter gesponnen wird oder abreisst, bestimmen nicht wir selbst, sondern sie.
 
 
Im Märchen tritt die Goldtochter nach ihrer Lehrzeit bei Frau Holle durch das Tor, und wird von Gold überschüttet. Ihr altes Wirkinstrument (ihr Spinnwirtel) wird erneuert und golden überreicht, auf dass ihr Wirken in der Welt im Sinne der Holle/der guten Schicksalsmacht «golden» sei. So komme auch ich von meiner Reise zum Lichttor zurück – und weiß noch nicht, wie sich mein Wirken durch diese Erfahrung verändern wird.
 
 
Ich hoffe jedoch sehr, dass mein Wirken «golden/lebensdienlich» sein wird, und nicht von Pech verfolgt. Christa hat diese Pechmagd sehr eindrücklich gemalt – Pech fiel auf sie, weil sie nur auf den Lohn aus war, hochmütig und faul und nicht willig, von der Holle zu lernen. Ich werde mir alle Mühe geben, die Demut und Dankbarkeit, die meine Rückkehr begleiteten, zu kultivieren und daraus zu leben! In Verbundenheit mit all jenen, die freiwillig von ihrem Lebensblut gegeben haben, sodass ich weiterleben kann. Wenn ich wieder bei Kräften bin, werde ich auch spenden gehen. Eine eigenartige Erfahrung des Gebens und Nehmens gerade in Zeiten, in denen soviel von Spaltung und Egoismus zu fühlen ist! Was sich die Schicksalsgöttin da wohl ausgedacht hat…?
 
 
NATURGANG-IMPULS zum 23. September
 
Geben und Nehmen im Gleichgewicht
Dieser Impuls lädt dich ein, den kleinen Naturgang der Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche zu widmen, wenn oben und unten, Aufgang und Niedergang sich die Waage halten. Bist du mit Geben und Nehmen im Gleichgewicht? Oder gibst du zuviel oder nimmst zuviel? Persönlich in deinem Lebensstil und als Teil einer gigantischen Konsumgesellschaft?
 
Nimm dir für den Naturgang 2-3 Stunden Zeit (oder mehr). Stell dir einen Wecker auf die Rückkehr-Uhrzeit und ziehe los (dann musst du nicht ständig auf die Uhr schauen). Bau dir zu Beginn des Naturgangs eine Schwelle aus Naturmaterialien (Äste, Steine, Schneckenhäuser, Blumen, Gräser…). Werde dir vor dem Schwellenübertritt bewusst, dass du mit diesem Schwellengang (nach altem Kalender) die Hochzeit des Herbstes feierst.
 
Der Impuls lautet:
«Geh ganz bewusst über die Schwelle und streife durch die Natur/verweile in der Natur. Geh ganz bewusst in die Handlung, etwas zu geben und etwas zu nehmen (du wirst dann wissen, was zu tun ist). Was darfst du nehmen? Was gibt sich durch dich? Was ergibt sich daraus?»
 
 
So senden wir aus Herzensgrüße aus unserem herbstlichen Beseland, dem Ort, wo wir gerade wieder neu ankommen auf der Erde.
 
Ursula und David
 
 
 

Die Stille mitten in der Fülle


Dieser Newsletter ist der Sommersonnwende vom 21. Juni gewidmet – auch wenn er diesmal einige Tage später kommt. Eine reiche und intensive Seminarzeit mit einer wunderschönen WaldZeit zum Abschluss am 21.6. liegt hinter uns.
 
Jetzt ist das Jahresrad – was den Sonnenstand betrifft – an seiner maximalen Ausdehnung angelangt. Im alten Kalender dauern die großen Wendezeiten 12 Tage (nach der Wintersonnwende am 21.12. sind das die Rauhnächte). Zur Sommersonnwende werden sie nicht mehr gefeiert. Aber dennoch kann man den Zauber dieser besonderen 12 Wende-Tage spüren: Bevor sich die Sonne wieder in den nächsten «Sinkflug» begibt, bleibt sie einige Tage «stehen». Mitten in diesen Höhepunkt hinein schleicht sich eine ganz leise, zarte Stille – ein kurzes Fortdauern der Ausdehnung «aus sich selbst heraus». Manch eine*r mag diese besondere Stille kennen, z.B. nach einem persönlichen Hoch-Ereignis oder nach einem orgiastischen Höhepunkt.
 
Ein kleines, neues Liedchen widmet sich diesem mittsommerlichen Tanz zwischen Sonne und Erde und dem Zauber, der daraus hervorgeht: die Frucht des Jahres wird daraus geboren, die wir dann im Herbst ernten können.
 
«Die Sonne steigt am Himmelszelt.
wärmer und wärmer, heller und heller.
Die Erde tanzt im bunten Kleid,
schneller und schneller, schneller und schneller,
 
bis dass der Tanz sich selber tanzt
die Stille stille Einzug hält.
Geboren wird daraus die Frucht
in diesem heiligen Moment.»
 
 
Eine besondere stille Phase steht nun auch bei uns an…
Persönlich werden wir nun nach der intensiven Seminarphase in eine Seminarpause übergehen und uns in einen besonderen, stillen Raum zurückziehen. Wir bereiten uns nämlich auf die Geburt unseres Kindes Ende Juli vor und werden danach den 40tägigen Raum des Ankommens des neuen Seelenwesens in unserer Familie feiern.
Unsere nächsten Seminare, Coachings, Auszeiten etc. finden also erst wieder ab September statt. Wir freuen uns über Nachrichten und gute Wünsche für diesen großen Übergang und danken für das Verständnis, dass wir nicht ganz schnell und vielleicht auch nicht auf alle Meldungen antworten werden – mögen wir eben genau «in der stillen Antwort» verbunden sein!
 
 
NATURGANG-IMPULS zum 21. Juni
 
Die Stille inmitten der Fülle entdecken
Dieser Impuls lädt dich ein, die Ausdehnung, die Bewegung, den Klang..  – sprich: die Ekstase zu Mittsommer zu feiern und DARIN die Stille zu entdecken. So wird aus dem Tun und Wollen Nicht-Tun und Nicht-Wollen. Oder anders: das Tun wird mühelos, das eigene Wollen fügt sich ein in das große Wollen alles Lebendigen.
Gerade in der heutigen Zeit, in der viele zwar die Öffnungen nach dem strengen Lockdown schätzen, haben viele auch Sorge, dass die neu geschnupperte Stille verloren geht. Es gilt, sie in der Fülle des Tuns zu finden…
Stille in der Ekstase zu finden ist der Weg der Mystik in den «Sommertraditionen», die über den Körper gehen: Sufitanz, Tantra etc., während der Weg der Mystik der «Wintertraditionen» über die Bewegungslosigkeit führt: z.B. Zenmeditation etc.
 
Nimm dir für den Naturgang 2-3 Stunden Zeit (oder mehr). Besonders schön ist es natürlich, wenn du den Naturgang um die Mittagszeit in der größen Sonne und Hitze machen kannst – der Mittag entspricht im Lebensrad der Qualität von Mittsommer. Aber natürlich kannst du auch zu jeder anderen Tageszeit deinen Schwellengang begehen.
Stell dir einen Wecker auf die Rückkehr-Uhrzeit und ziehe los (dann musst du nicht ständig auf die Uhr schauen). Bau dir zu Beginn des Naturgangs eine Schwelle aus Naturmaterialien (Äste, Steine, Schneckenhäuser, Blumen, Gräser…). Werde dir vor dem Schwellenübertritt bewusst, dass du mit diesem Schwellengang die Wendezeit von der aufsteigenden zur absteigenden Sonnenbewegung feiern wirst.
 
Der Impuls lautet:
«Geh über die Schwelle und streune herum. Ein Ort wird dich einladen, entweder zum Tanzen, zum Tönen/Singen, zum Schütteln, zum Drehen…?
Nimm die Einladung an und tanze, drehe, schüttle, singe dich mit Leib und Seele in die Welt, so lange und so ausgiebig gebend, bis du merkst, wie es durch dich von alleine singt, schüttelt, tanzt und dreht… Dann lass diesen Tanz aus sich selbst geschehen und fühle/höre/erlebe die Stille DARIN.
 
Vielleicht ist dir die Stille nicht unmittelbar zugänglich, oder anstatt Ekstase melden sich Hemmungen oder alte Muster. Nimm sie GANZ wahr und umarme sie dann wie eine warme Sonne und werde MIT ihnen still.»
 
So grüßen wir von Herzen in deine und unsere Fülle hinein
 
Ursula und David
 
 
 
 

Durchlässig von de Tiefe bis zur Höhe…

 
Dieser Newsletter ist dem 1. Mai gewidmet. Er bildet im alten Kalender das Tor von der Frühlings- zur Sommerjahreszeit. Was sich im Frühling gezeigt hat, entfaltet sich nun in den nächsten sechs Wochen bis zum Höchststand der Sonne am 21. Juni zur vollen Blüte. Es ist von der Natur her eine kraftvolle Zeit – und wie in jedem anderen Jahreszeitenübergang gilt es auch hier, besonders achtsam zu sein, damit man sich nicht verliert. Die Gefahr? Dass wir zu schnell «ins Kraut schießen» und bei diesem schnellen Wachstum die Verbindung zur Erde verlieren. Dann sind wir vielleicht irgendwann zwar ganz «oben», ganz «schnell» und ganz «effektiv», aber unten ist es hohl. Es droht Einsturzgefahr (psychologisch gesprochen: Burnout). Unsere westliche Kultur ist geschichtlich betrachtet dieser Gefahr erlegen. Was wir jetzt an Disharmonien in der Welt und im Umgang mit den Herausforderungen unserer Zeit sehen, ist die Folge davon und zeugt von der Trennung zwischen Erde und Himmel, vom Ungleichgewicht zwischen Ruhe und Aktivität, von einem enthemmten Immer-weiter-immer-höher, das mit den Füßen nicht mehr in der irdischen Realität verortet ist …
 
In der Verbindung mit der winterlichen Erde mit den Höhen der Sommersonnwende ist diese Achse zwischen unten und oben durchgängig und stabil. Wir sind sowohl «gemittet» wie auch besonders durchlässig. Diese Verbindung gilt es jetzt am 1. Mai und danach bewusst zu kultivieren. Die Bezugnahme auf Bräuche und Sagen kann uns dabei helfen.
 
Kränze binden
Einer der Bräuche (der sich auf bestimmte Weise durch alle Jahreszeitenbräuche zieht) ist das Binden von Kränzen. Zum Mai sind es natürlich keine Erntedankkränze aus Stroh, sondern Blumenkränze mit viel saftigem Grün – was halt in der Natur zu finden ist. Diese Kränze sind wohl der Ursprung späterer Königs- und Königinnenkronen oder auch des «Heiligenscheins»: Sie machen sichtbar, dass am Kronenchakra/am Scheitel unsere Wesen nicht zu Ende ist, sondern wir vielmehr nach oben hin zu den Kräften des Himmels geöffnet sind. Immer wieder hören und lesen wir, dass genau in dieser «Corona»-Pandemie die Öffnung des Kronenchakras wichtig ist, wenn wir nicht unseren Ängsten erliegen wollen. 
Der Naturgang am Ende dieses Newsletters lädt dazu ein, dass du dir zum 1. Mai ein Kränzchen windest und damit bewusst deine Verbindung zum Himmlischen, zum Inspirierenden, zu den großen Kreisläufen der Gestirne und zum Feinstofflichen hin öffnest.
 
Die «Unnererdschen» treffen
Gleichzeitig nützt keine Öffnung des Kronenchakras etwas, wenn nicht umgekehrt die Verbindung zur Erde gestärkt wird. Unsere frühen Vorfahren pflegten darum nicht zuletzt zum 1. Mai bzw. in der Nacht davor Bräuche der sexuellen Vereinigung – das Wurzelchakra wurde geöffnet. Wie auch immer diese Bräuche vollzogen worden sind, sie standen im Zusammenhang der alten Jahreskreis-Naturreligion und drückten in diesen Bräuchen die Heiligkeit der Verbindung von Erde und Himmel aus.
Die Verteufelung dieser «heidnischen» Bräuche geht einher mit den Sagen über die «Unnererdschen» – plattdeutsch für die Unterirdischen. Damit sind die Zwerge, die Heinzelmännchen, die Erdmännchen oder wie auch immer sie an so vielen Orten Mitteleuropas heißen. Sie leben in Höhlen oder unter großen Zwergensteinen und sind kleine, freundliche Wesen in Menschengestalt. Die «Sage vom Zwergenstein» in der Nähe unseres Wohnortes in Norddeutschland deckt sich mit jenen, die wir aus dem Alpenraum kennen: Wer den kleinen Menschenwesen wohlgesonnen ist, dem helfen sie z.B. bei der Ernte. Was sie nicht mögen sind Kirchenglocken. Da verschwinden sie aus der Landschaft.
Wenn wir diese Geschichten kulturhistorisch deuten, erkennen wir in diesen Unnererdschen und Zwergen unsere frühesten, kleinwüchsigen Vorfahren, die durch Unfreundlichkeit und Ausnutzung vertrieben wurden, sowie durch die christliche Missionierung von ihrer ursprünglichen zyklischen Naturreligion abgebracht wurden und damit «verschwanden». Uns zum ersten Mai mit diesen frühen Vorfahren über heilige «heidnische» Plätze in unseren Landschaften zu verbinden, hilft, diese geschichtliche Dimension der Erdung wieder aufzunehmen.
Am Ende dieses Newsletters laden wir darum ein, alte heilige Kultstätten, Steine oder Höhlen aufzusuchen und die tiefste Erde mit der höchsten Höhe über unseren Körper zu verbinden – durchlässig zu werden von den ersten Vorfahren über alle Generationen dazwischen bis zu uns und der aktuellen Situation mit Corona und dem Kronenkranz…
 
 
NATURGANG-IMPULS zum 1. Mai
 
Zum Sommeranfang die Verbindung zwischen Erde und Himmel stärken und durchlässig werden
Dieser Impuls lädt dich ein, die Achse zwischen der Erde und dem Himmel, zwischen deinen Füssen und deinem Kopf, zwischen stofflicher und feinstofflicher Dimension deines Seins zu fühlen und zu bestärken. Wenn du einen alten «heidnischen» Kulturort in deiner Nähe kennst, kannst du bewusst dorthin gehen. Oder sonst verbindest du dich mit einem besonders «erdigen» Platz in deinem Wald/in deiner Landschaft.
 
Nimm dir für den Naturgang 2-3 Stunden Zeit (oder mehr). Stell dir einen Wecker auf die Rückkehr-Uhrzeit und ziehe los (dann musst du nicht ständig auf die Uhr schauen). Bau dir zu Beginn des Naturgangs eine Schwelle aus Naturmaterialien (Äste, Steine, Schneckenhäuser, Blumen, Gräser…). Werde dir vor dem Schwellenübertritt bewusst, dass du mit diesem Schwellengang die Schwelle vom Frühling in den Sommer überschreiten wirst.
 
Der Impuls lautet:
«Geh über die Schwelle und finde einen besonders erdigen/heiligen Platz, an dem du gut Zugang zur Tiefe der Erde finden kannst. Auf dem Weg dorthin sammelst du Gräser, Blumen, Efeu etc. aus denen du einen Kranz für dich bindest.
Verbinde dich nun zuerst über dein Wurzelchakra und deine Füße bewusst mit der Erde und sinke so tief es dir möglich ist in die Erde ein. Sei ganz Erdling! Dann lass die Kraft aus der Tiefe von alleine in deinem Körper bis zum Scheitel hochsteigen und öffne dich darüber hinaus für die Dimensionen des Himmels. Sei ganz feinstoffliches «Sternenwesen». Als Zeichen für diese Öffnung setz deine Krone auf. Jetzt bist du beides ohne Trennung, Verbindung in einem/deinem Wesen.
 
Diese «Meditation» kannst du in deinem Tempo und auf deine Art machen. Du kannst dich dabei auch mit dem tiefsten Wissen deiner ersten Vorfahren, die in deiner Landschaft lebten, verbinden und auf der inneren Körperreise bis zu deinem Kronen-Kränzchen die durchgehende und durchlässige Verbindung von der Vergangenheit bis in deine konkrete Gegenwart mitten in der heutigen gesellschaftlichen Situation vollziehen.
 
Am Ende wirst du in dieser Durchlässigkeit und Offenheit weiter durch den Wald streunen und sehen, ob und wie sich deine Wahrnehmung im Vergleich zum Anfang deines Naturganges verändert hat. So trittst du am Ende mit dem Schwellenübertritt geöffnet und bekränzt in deinen diesjährigen Sommer ein.»
 
 
So grüßen wir von Herzen und wünschen uns allen viel Erdung und «Himmelung» in diesen besonderen Zeiten!
 
Ursula und David
 
 
 

 

Perspektiven weiten

 
Dieser Newsletter ist der Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche gewidmet, die wir soeben am 21. März überschritten haben. Wir wandern im Jahreskreis von der unteren Jahreshälfte in die obere Jahreshälfte und die Tag-und-Nacht-Gleiche kann sich anfühlen wie ein Nadelöhr: Altes, Bisheriges, Ausgedientes will abgestreift werden, damit eine Weitung in eine neue Lebensrunde gelingen kann. Die schützende Hülle will gesprengt werden, damit Lebendiges sichtbar zu wachsen vermag. Dabei darf die Verbindung zur Tiefe und zu den Wurzeln nicht verloren gehen, im Gegenteil, die Ausdehnung im Wachsen geschieht – das lernen wir von den Pflanzen – immer in beide Richtungen. Nach unten und nach oben in gleichem Maße.
 
Dieses Frühlingsnadelöhr birgt die Chance – gerade auch jetzt, in dieser schwierigen Phase der Pandemie mit ihren von außen vorgegebenen Einschränkungen – dass wir unseren «Kopf aus dem Sand» strecken und unsere Perspektive weiten. Dass wir uns aufrichten und die Situation aus allen möglichen Blickwinkeln betrachten. Dass wir das zu enge Denken, zu festgefahrene Meinungen und ausgediente Sprachformen abstreifen und uns frei machen. Nicht zuletzt darum, um in der gefühlten politischen Perspektivlosigkeit wieder Perspektive und den Blick «nach vorne» zu gewinnen. Denn ohne ein gesundes Bild ist es schwer, sich in mehr Lebendigkeit zu entfalten.
 
 
NATURGANG-IMPULS zum 21. März
 
Frühling – sich mit dem Lebenswillen und der Lebensverletzlichkeit verbinden
Dieser Impuls lädt dich ein, dich mit der Frühlingskraft und Lebendigkeit, die jetzt in der Natur zusehends spürbar wird, zu verbinden. Geh – eigentlich wie immer bei Naturgängen – diesmal ganz bewusst mit deiner ganzen Sinnlichkeit, Körperlichkeit und Berührbarkeit in Kontakt mit den Naturwesen, der Erde und den Elementen. Jetzt, da die Kontaktbeschränkungen wieder zunehmen, geh ganz bewusst in sinnlichen, nahen Kontakt mit den Naturwesen und schau, was dies mit dir macht.
In diesem Kontakt wirst du dich mit deinem Lebenswillen (und dem Lebenswillen aller anderer Wesen) verbinden und auch deiner Verletzlichkeit (und der Verletzlichkeit aller Wesen) gewahr. «Sicherheit» gibt es nicht im Leben. Aber Lebendigkeit sehr wohl.
 
Für diesen Naturgang hast du drei Möglichkeiten:
·      Du verbindest dich im selben Naturgang nacheinander mit dem Lebenswillen wie mit der Verletzlichkeit (so wie unten im Impuls beschrieben).
·      Oder du wählst nur einen Aspekt aus – den Lebenswillen oder die Verletzlichkeit und erkundest diesen Aspekt mit allen Sinnen
·      Oder du machst zwei Naturgänge daraus und erkundest im einen den Lebenswillen und im anderen die Verletzlichkeit und spürst beider Wirkung nach.
 
Nimm dir für den Naturgang 2-3 Stunden Zeit (oder mehr). Stell dir einen Wecker auf die Rückkehr-Uhrzeit und ziehe los (dann musst du nicht ständig auf die Uhr schauen). Bau dir zu Beginn des Naturgangs eine Schwelle aus Naturmaterialien (Äste, Steine, Schneckenhäuser, Tannzapfen, oder du trittst Laub zur Seite…). Werde dir vor dem Schwellenübertritt bewusst, dass du mit diesem Schwellengang die Schwelle von der unteren Jahreshälfte in die obere Jahreshälfte überschreiten wirst.
 
Der Impuls lautet:
«Geh über die Schwelle und sei ganz sinnlich – rieche bewusst, schmecke und schlecke bewusst, fühle und taste bewusst, berühre mit deinem ganzen Körper die Erde und ihre Wesen bewusst, bewege dich bewusst…
Verbinde dich dann mit deinem Lebenswillen und spüre deine Vitalität (vielleicht taucht erst auch das Gegenteil davon auf, dann geh damit). Dann dehne deine Wahrnehmung aus und nimm wahr, auf welche Weise in jedem Lebewesen dieser unbändige Lebenswille steckt. Wenn du magst, kannst du deine Wahrnehmung auch bis zum Lebenswillen von Viren ausdehnen.
Dann werde deiner eigenen Verletzlichkeit gewahr und dehne dann deine Wahrnehmung aus, sodass du die Verletzlichkeit in allen Lebewesen deiner Umgebung wahrnehmen kannst. Wenn du magst, kann du deine Wahrnehmung auch bis zur Verletzlichkeit von Viren ausdehnen.
Was für ein Gefühl stellt sich am Ende ein?»
 
 
So grüßen wir von Herzen und wünschen uns allen viel Lebendigkeit in diesem besonderen Frühling – möge sie sich still oder wild äussern!
 
Ursula und David
 
 

 

Eine gute Zeit, um zaubern zu lernen…


Dieser Newsletter ist dem 21. Dezember, der Wintersonnwende und den daran anschliessenden 12 Rauhnächten gewidmet. Was auch immer wir über das Corona-Virus denken – wir am uma institut staunen immer wieder, wie punktgenau uns die politische Reaktion darauf in Erfahrungsräume stößt, die die bisherigen Entgleisungen unserer Gesellschaft ausbalancieren (können). Anstatt Weihnachtsstress Beschränkung. Anstatt Lärm und Böller Stille. Anstatt Geschenkezwang vielleicht spirituelle Einkehr?
 
Genau dazu lädt die Mittwinterzeit mit den 12 Rauhnächten nämlich jedes Jahr ein! Es ist die ideale Zeit, um zaubern zu lernen… Zaubern können und an Wunder glauben für eine lebensdienlichere, enkeltaugliche, verbundene Welt tut jetzt mehr Not denn je. Im Rückzug – wenn auch vielleicht nicht unbedingt im freiwillig gewählten – liegt die ganze Kraft für das Neue. Denn laut den alten Bräuchen stehen in dieser dunklen Wendezeit die Tore für die Kommunikation mit den Tier- und Pflanzenwesen, den Ahninnen und Ahnen und den noch nicht Geborenen offen. Orakelbräuche lassen uns das Neue erahnen, Wettermagie und Traumdeutung haben jetzt Hochsaison.
 
Das altgermanische Wort Zauber/Zoubar hängt zusammen mit dem altenglischen taefor «rote Farbe, Ocker, Rötel» und erklärt sich daraus, dass Zauberzeichen (Runen) mit roter Farbe versehen wurden. Das Wort Runeseinerseits bedeutet «Geheimnis, Geflüster» und hängt damit mit dem späteren «raunen» zusammen. Davon kommt der Begriff Rauhnächte/Raunächte – denn die Geistwesen der Anderswelt und die Tierwesen raunen und flüstern uns die Geheimnisse des Zusammenlebens im nächsten Jahr zu. Auch existiert der Begriff Lostage für die Rauhnächte, was einerseits mit dem Los/Schicksal zusammenhängt – denn in diesen besonderen dunklen Tagen wird das Schicksal von der Gross-Mutter neu gewoben. Andererseits hängt es mit dem Dialektwort «lose» zusammen, was wiederum lauschen bedeutet.
 
Kurzum: Zaubern lernen hat viel mit Lauschen zu tun – dem Raunen und Flüstern zuhören, bis sich die Runen-Zeichen verdichten und lesbar werden. Wer dann nach diesen Schicksalszeichen aus gutem Herzen handelt, «zaubert» lebensdienliches Leben in die Welt.
 
 
Ein neu entstandenes Jahreswechsel-Lied
sei hier als Geschenk angefügt:
Das Jahr, das ist vorbei,
und es ist nicht einerlei,
was da geschah!
Denn das, was war,
war voller Wunder,
für die, die’s sahn…
 
Ein neues Jahr kommt bald vorbei,
und es ist nicht einerlei,
ob wir’s verstehn!
Denn das, was wird,
wird voller Wunder,
für die, die’s sehn…
(Text und Melodie Ursula Seghezzi, Dezember 2020)
 
 
Video-Vortrag
«Transformationskompetenz von der Natur lernen»
 
Ein ereignisreiches, bewegendes Jahr geht zu Ende, das in seinen gesellschaftlichen Strömungen niemanden von uns kalt lassen kann. Aber wie können wir verstehen, was sich hier an Transformation vollzieht? Sehen wir, was die Herausforderungen jenseits von Maske tragen und Abstand halten sind?
In einem 52-minütigen Video-Vortrag legt Ursula dar, wie wir von der Natur in dieser Krise lernen können und wie wir uns von einem dualistischen zu einem polaren Weltbild entfalten können – einer lebensdienlicheren Lebensweise entgegen.
Der Video-Vortrag ist jetzt in unserem Blog öffentlich zugänglich, der Link darf gerne weitergeleitet werden.
https://youtu.be/19sqmPnKn8A
 
IMPULSE durch die RAUHNÄCHTE vom 25. Dezember bis zum 6. Januar
 
Die Mittwinter-Sonnwende wird am 21. Dezember sein (astronomisch zwischen dem 21 und 23. Dezember wechselnd). Am 24. Dezember ist die geweihte Nacht – die heilige Nacht, die die 12 Rauhnächte einleitet. Vom 25. Dezember an zählt man jeden Tag, bzw. jede Nacht durch und setzt sie in Beziehung zu einem Monat des nächsten Jahres. Wetter und Wind an diesem Tag geben Hinweise für das Wetter im entsprechenden Monat. Träume geben Hinweise für Prozesse im nächsten Jahr.
 
Träumen
Lege ein Tage-, bzw. ein Nachtbuch neben dein Bett und schreib deine Träume auf. Im nächsten Jahr kannst du dann in Beziehung setzen, was geträumt und was geschieht
Zur Übersicht schreibe ich abends immer schon in mein Tagebuch (zum Beispiel): 1. Nacht vom 25.-26.Dezember = Januar. 2. Nacht vom 26.-27.Dezember = Februar usw.usf.
(Auf diese Weise habe ich, Ursula, mir tatsächlich die Begegnung mit David im August 2011 in den vorhergehenden Rauhnächten erträumt – eine neue Definition von «Traummann» entstand!).
 
Zugleich herrscht nach altem Brauchtum ein Arbeitsverbot in dieser Zeit – denn die Schicksalsspinnerin spinnt hier das neue Jahr und wir sollten ihr nicht in ins Handwerk pfuschen… Nur was an Ideen und Kreativität von alleine auftaucht, darf als Hinweise «gepflückt» werden. Die Handlungen, die wir aktiv durch die Tage tun sollen, beziehen sich auf «sich öffnen und sich verbinden». Räuchern hilft dabei.
 
Räuchern
Jeden Tag während den Rauhnächten zu räuchern ist eine alte Tradition. Christlich verdreht bedeutet es scheinbar, «die bösen Geister weg zu räuchern». Aber was, wenn wir nicht an böse Geister glauben? Was, wenn die Geistwesen in dieser Zeit unsere Ahninnen und Ahnen und die noch nicht geborenen Kinder unserer Welt sind? Was, wenn wir daran glauben, dass in diesen Tagen und Nächten die Tiere zu uns sprechen und erzählen, wie es ihnen mit uns geht? Mit Hilfe von Räucherwerk still werden, sich sammeln und sich öffnen für das geheimnisvolle Geflüster dieser feinstofflichen Beziehungsdimension… Was geschieht mit mir, wenn ich das über 12 Tage tue?
 
Geräuchert werden kann mit allerlei Kräutern und Harzen oder mit Mischungen, die selbst gemacht oder gekauft werden. Eine mögliche Rauhnächte-Mischung besteht aus Angelikawurzel, Beifuss, Eisenkraut, Fichtenharz, Lavendel, Myrthenblätter und Rosmarin.
Auf einem kleinen Stövchen mit Gitter und Teelicht darunter wird die Räucherware verbrannt. Achtung: bei viel Kräuteranteil darf es nicht zu heiss werden! Räuchern über Kohle nur mit Harzen.
Getrocknete Beifussblätter können zu Kugeln gerollt ohne Stövchen und Kohle geräuchert werden.
Buchtipp: Christine Fuchs, Räuchern im Rhythmus des Jahreskreises.
 
In vielerlei Geschichten und Bräuchen (wenn auch oft bösartig umgeformt) zieht die Grosse Mutter (als Frau Holle oder Hel oder Percht oder Sträggele oder Fronfastemüeterli…) zwischen dem 21. Dezember und dem 6. Januar umher. In ihrem Gefolge ziehen die Verstorbenen des vergangenen Jahres, die Segen in die Häuser bringen wollen, sowie die noch nicht geborenen Seelen, die neuen Kinder, die um Einlass in die Häuser bitten. In einem zyklischen Weltbild ist dies derselbe Seelenzug nur in unterschiedlicher Gestalt…
Der Brauch, jeden Tag in den Rauhnächen einen Gruß aufs Fensterbrett oder auf einen bereit gestellten Tisch im Garten zu legen, verbindet – Geben und Nehmen zwischen den Welten! Was geschieht mit dir, wenn du dies über 12 Tage tust? Was sprichst du dazu, wenn du ein Zuckerstück für eine kleine Seele oder Mehl und Milch für die Ahninnen und Ahnen vors Haus legst? Wie ist es, wenn du unter den Tisch wie nach altem Brauch dein Gartenwerkzeug legst, damit es von der großen Schicksalskraft gesegnet werde und du nächstes Jahr von Mutter Erde Blühkraft und Essen erhältst?
 
Gaben schenken
Vielleicht erscheint dieser alte Brauche des Gabentisches fremd und du kommst dir komisch vor bei dieser Handlung, etwas Stoffliches für die feinstofflichen Wesen hinzulegen (die Katzen als heilige Tiere der Holle mögen vielleicht mithelfen als Brücke und holen sich die Leckereien). Gleichwohl geschieht etwas mit uns, mit unserer Verbindung, mit unserem Land und Garten – wenn wir uns diesen feinstofflichen Zug vorstellen und unsere Bitte, dass er mit seinem Segen bei uns vorbeiziehen möge. Sich unter Menschen Geschenke zu Weihnachten zu machen ist eine relativ «moderne» Erscheinung. Ursprünglich ging es um Geschenkeaustausch zwischen den Welten!
Im Grunde sind diese Handlungen einfache «priesterliche» Handlungen, aber eben nicht von «Hohepriestern» ausgeführt, sondern von uns als Erwachsenen eines Hausstandes. Es ist eine zwar noch ungeübte, aber doch kraftvolle Selbstermächtigung zur Durchführung eigener Hausrituale.
 
So wünschen wir viel Ausprobieren und Öffnen durch die Rauhnächte. Manchmal mag es magisch erscheinen, manchmal vielleicht läppisch… aber was haben wir zu verlieren? Zumindest zu den Ahninnen und zu den noch kommenden Generationen braucht es weder Abstandsregel noch Beschränkung in der Anzahl. Hier darf die Kraft frei fliessen!
 
Und noch ein letztes zum Schluss:
Wir werden immer wieder nach unserer Kontonummer gefragt, damit Menschen für unsere Videos oder sonstigen Impulse einen kleinen Beitrag von 5-20 Euro spenden können. Über diese herzlichen Zuwendungen freuen wir uns natürlich sehr! Sie machen es möglich, unser Wissen frei zu streuen. Hier also unsere Kontoangaben und die Bitte, bei einer Überweisung unbedingt den Betreff «Spende für Publikationen» hinzuzufügen.
 
IBAN: DE82 4306 0967 2043 7648 01, BIC: GENODEM1GLS
 
 
So grüßen wir von Herzen und hoffen, dass du in deinem Jahresabschluss die Wunder entdecken kannst, die das Leben dir in diesem Jahr bereit gehalten hat, neben oder vielleicht durch alle Schwierigkeiten hindurch?!
 
Ursula und David
 
 
 

Einsam oder ein? Lass dich down locken…


Dieser Newsletter ist dem 1. November gewidmet, bzw. dem Eintritt in die Winterjahreszeit nach altem Kalender. Laut den Bräuchen und Mythen öffnen sich jetzt die Tore zu einer erweiterten, «übersinnlichen» Dimension von Wahrnehmung: Wir können ab dem 1.11. besonders einfach mit den Seelenwesen sprechen (den Ahnen und Ahninnen einerseits, aber auch mit den noch nicht Geborenen – also in Vergangenheit und Zukunft blicken). Aber es tut sich auch das Tor auf zur einfachen Kommunikation mit unseren Tier- und Pflanzengeschwistern.
 
Lockdown oder lock down?
Gerade eben hat die Bundesregierung einen halben Lockdown für den November verkündet (in anderen Ländern sieht es nicht anders aus) und in den Nachrichten hieß es gestern: «Das wird ein einsamer und dunkler November». Dunkel ja, das hat die Jahreszeit so an sich. Aber ist dunkel schlimm? Oder eben nicht gerade wunderbar für die Öffnung der Sinne, die jenseits des gewohnten Sehens und Wahrnehmens liegen? Welche Chancen bietet dieser Lockdown und wie fühlt er sich anders als als der letzte, als um uns herum die Natur in ihr Grün explodierte?
 
Und einsam? Wir haben die Wahl, ob es jetzt einsam wird oder ob wir uns genau jetzt für Wahrnehmungen des Einsseins öffnen! In der Natur ist Zweiteres nun besonders einfach möglich. Aber der Blick muss dafür bewusst ausgerichtet werden: Seh ich nur den Pilz im Wald, steh er sehr einsam herum. Schaue ich aber auf das Wurzelgeflecht, dann erkenne ich, dass der Pilz nicht getrennt ist, sondern verwoben mit allem. Ja mehr noch: Er ist ein gigantisch großes Wesen in unterschiedlicher Ausstülpung nach oben. So kann ich mich selbst als Einzelmensch betrachten: isoliert und alleine, oder über ein Wurzelgeflecht oder unsichtbares Gewirk mit allem verbunden. Und wie den Pilz gibt es mich auch gar nicht ohne alles andere – andere Menschen, andere Pflanzen, Tiere, Wind und Sterne. Dieses Einssein aber ist nur mit «über-sinnlicher» Wahrnehmung zu erkennen. Die novemberliche frühe Abend-Dämmerung und die über den Feldern wabernden Nebenschwaden helfen, den gewohnten Blick zu weiten und «Heimkehr ins seelische Zuhause» zu erfahren. Ob alle verschärften Verordnungen Sinn machen, darüber sollten wir ruhig kritisch sprechen, aber von aufreibendem Hadern und eifrigem Kämpfen können wir ablassen und uns von der tiefen Dimension des Lebensgewirkes hinunter locken lassen!
 
Ein Naturgang zum «sich down locken lassen» ist am Ende des Newsletters zu finden. Ein neu entstandenes November-Nebellied sei hier als Geschenk und Ermutigung zum Runterfahren und Heimkehren angefügt (viele weitere Winterjahreszeitenlieder sind hier https://umainstitut.net/lieder zu finden)
Nebel steiget aus den Feldern,
eilig hat’s niemand mehr.
Denn in diesem fahlen Lichte
sieht man gar nichts mehr.
Oh doch! Denn wer jetzt anders schaut,
erkennt im Nebelschein,
sich im großen Mysterium
und webt sich darin ein.
Oh doch! Denn wer jetzt anders geht,
irrt nicht länger ein und aus,
folget seinem inneren Geleit
und findt den Weg nach Haus.
(Text und Melodie Ursula Seghezzi, Ende Oktober 2020)
 
 
 
NATURGANG-IMPULS zum 1. November
 
«Sich down locken lassen»
Der Impuls lädt dich ein zum Eintauchen in die tiefe Dimension von Naturverbundenheit. Geh wenn möglich in der Abenddämmerung oder Dunkelheit hinaus. Überhaupt empfehlen wir, jetzt im November und Dezember so oft wie möglich im Dunkeln im Wald unterwegs zu sein. Das ist ungewohnt (wurde uns kulturell die Angst sowohl vor dem Alleinsein, wie auch vor der Dunkelheit wie auch vor dem Wald eingeredet!). Mit all dem vertraut zu werden, öffnet dich für den ganz eigenen Zauber und die Kraft dieser dunklen Jahreszeit.
 
Nimm dir für den Naturgang 2-3 Stunden Zeit (oder mehr). Stell dir einen Wecker auf die Rückkehr-Uhrzeit und ziehe los. Bau dir zu Beginn des Naturgangs eine Schwelle aus Naturmaterialien (Äste, Steine, Schneckenhäuser, Tannzapfen, welke Gräser…). Werde dir vor dem Schwellenübertritt bewusst, wie du dich gerade fühlst. Wenn du über diese Schwelle am Ende wieder zurückkehrst und sie auflöst, werde dir gewahr, wie du dich dann fühlst.
 
«Geh über die Schwelle. Wenn du Pilze findest, bleib bei ihnen (oder sonst an irgendeinem anderen Ort). Verbinde dich mit den Pilzen/Pflanzen an deinem Platz und reise mit deiner Vorstellungskraft hinunter in deren Wurzeln und von dort ins gesamte Wurzelgeflecht. (Es hilft dabei die Vorstellung, dass du mit deinem Körper nicht auf der Erde stehst, sondern als sei dein Becken die Schwelle in die Erde und deine Beine seien schon Wurzelwerk.)
Dehne von hier aus deine Wahrnehmung so weit wie möglich im Wurzelgewirk unter der Erde in alle Richtungen aus – bis wohin reicht sie?»
 
Das, was die Erde und ihre Wesen zusammenhält, ist ein gigantisches «Internetz» an Wurzeln… und unser menschliches Internet ist ein kleine Möglichkeit, uns in der kommenden dunklen, und hoffentlich gar nicht einsamen, aber sicher heruntergefahrenen Zeit zu vernetzen und weiter in Kontakt zu bleiben.
So grüßen wir von unserem Wurzelfleckchen Erde in Norddeutschland zu deinem Wurzelfleckchen Erde, wo immer du wohnst
 
Ursula und David
 
 
 

 

Die Waage – richtig oder stimmig?


Dieser Newsletter ist dem 22. September gewidmet – dann erleben wir um 15.30 Uhr den Stillstand der Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche. Es steht still die Bewegung zwischen den Polen der Sommer- und Wintersonnwende, es ist exakt gleich lang Tag wie Nacht, hell wie dunkel. Unsere Vorfahren haben diesen Stillstand zwischen den Kräften ins Bild der Waage gefasst.
 
Mythologisch wird diese Qualität ins Bild der Göttin Justitia gefasst, die eine Waage in ihrer Hand hält. Erst im Mittelalter steht sie für Recht und Unrecht und setzt Gesetz und rächende Gerechtigkeit mit ihrem Schwert durch. Aber noch in der römischen Mythologie hält sie einen Ölzweig in der Hand, der für den Frieden steht, wenn die Menschen «ausgeglichen mit den Naturgesetzen» leben. Das deutsche Wort «Gleiche» bedeutet ursprünglich auch «von derselben Gestalt» (germanische Vorsilbe ga- und Hauptwort -lika/Leiche = Gestalt) und ist Ausdruck der Übereinstimmung von Raum und Zeit.
 
Laut den römischen Dichtern Ovid und Hesiod folgte auf das goldene Zeitalter, als die Menschen noch im Einklang mit der Natur lebten, das eiserne Zeitalter. Während Hesiod die Verkommenheit dieses Geschlechtes vor allem darin erkennt, dass die fundamentalen Verpflichtungen (gegenüber den Eltern, dem Gastfreund, dem Göttlichen) nicht mehr respektiert werden und das Recht selbst zum Mittel des Übergriffs durch Meineid und falsche Anklage pervertiert wird, betont Ovid eher wirtschaftliche und technische Veränderungen, die Verderben mit sich bringen bzw. ermöglichen: den Schiffbau, der Seeraub ermöglicht, die Landvermessung, mit der das vormalige Gemeingut abgemessen und aufgeteilt wird, der Bergbau, durch den Eisen für Waffen und Gold als Anreiz der Habgier aus der Erde geholt wird. Kennzeichnend für dieses Zeitalter sei der Rückzug des Göttlichen von der Erde, und darum erhob sich Justitia als eine der letzten Göttinnen von der Erde in den Himmel, wo sie seither als das Sternzeichen Jungfrau wohnt. Sie komme erst wieder, wenn die ersten Anzeichen eines neuen, goldenen Zeitalters auftauchen – sprich: die Menschen sich wieder mit ihrer ganzen Gestalt an die große Gestalt der Natur und ihren Bewegungen an-gleichen.
 
In welcher Zeit leben wir heute? Pervertieren nicht Meineid, falsche Anklage und Fake news das öffentliche Leben? Und haben nicht Gier und Ausbeutung zu den größtmöglichen Ungleichgewichten geführt, und zwar sowohl unter den Menschen wie auch zwischen Mensch und Natur?
 
Und tauchen vielleicht GLEICH-ZEITIG goldene Funken am Horizont auf, Vorboten eines neuen goldenen Zeitalters, in dem die Menschen untereinander und mit der Natur wieder im Einklang leben (zumindest: leben wollen)? Die Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche ist eine Einladung, der friedvollen, ausgleichenden Justitia wieder auf die Erde zu verhelfen…
 
Brauchtum Erntedank
Das Bild der Aus-Gleich-heit können wir auf den Brauch des Erntedanks übertragen. Wenn es also nicht um richtig oder falsch geht, dann vielmehr um unstimmig und stimmig. Dann lädt uns dieser Herbst ein, unsere Ernte einzufahren und dafür angemessen ausgleichend dankbar zu sein. Wie groß ist deine diesjährige Ernte? Was hat dich das Leben gelehrt, gerade auch mit den Schwierigkeiten und Neuerungen, die Corona uns gebracht hat? Was hast du gelernt, worin bist du gewachsen? Wie bist du heute mehr du selbst als noch vor einem Jahr?
Und wie «schwer» wiegt dann dein Dank? Wie kannst du ihn angemessen ausdrücken? An wen richtest du ihn? Angemessen Danken können ist eine hohe Kunst…
 
 
NATURGANG-IMPULS zum 22. September
 
Ausgleichende Waage – Gewordenes und Dank
Der Impuls lädt dich ein zum Innehalten. Du kannst in den zauberhaften Moment des Stillstandes der Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche eintauchen, um mit dir, dem Gewordenen und dem Dank in Ausgleich zu kommen. Bei der Betrachtung/Befühlung des Gewordenen kannst du den Zeitraum seit letztem Mittwinter 2019 (also vor 9 Monaten) ins Auge fassen, oder selbst eine weiter gefasste Lebensspanne wählen.
 
Nimm dir für den Naturgang 2-3 Stunden Zeit (oder mehr). Stell dir einen Wecker auf die Rückkehr-Uhrzeit und ziehe los. Bau dir zu Beginn des Naturgangs eine Schwelle aus Naturmaterialien (Äste, Steine, Schneckenhäuser, Tannzapfen, Blumen…). Werde dir vor dem Schwellenübertritt bewusst, wie du dich gerade fühlst. Wenn du über diese Schwelle am Ende wieder zurückkehrst und sie auflöst, werde dir gewahr, wie du dich jetzt fühlst.
 
«Geh über die Schwelle.
Schwinge dich innerlich ein in den Zeitraum seit der letzten Mittwintersonnwende. Zieh dann los und finde zwei Symbole. Eines steht für die Geschenke, die das Leben an dich herangetragen hat (vielleicht auch in Form von Herausforderungen). Das andere Symbol steht für dein Tun, das was du getan und geschaffen hast in diesem Zeitraum. Setz dich an einen Ort und füge die beiden Symbole zu einem Bild zusammen. Was ist aus dem Lebensgeschenk und deinem Tun geworden? Wer bist du jetzt?
Baue um dein (Selbst-)Bild einen Altar und feiere eine Dankeszeremonie. Wie machst du das?»
 
 
Der Herbst ist auch in Beseland eingezogen, die Tage werden kürzer, die Kühle wird klammer. Der Ofen wird bald das erste Mal eingeheizt und gleichzeitig kehrt noch keine Ruhe ein, weil wir im Herbst unseren neuen Anbau vollenden – ein wunderschöner Wintergarten für uns und unsere zukünftigen Gäste. Fühlt euch jetzt schon herzlich willkommen!
 
Ursula und David
 
 
 

 

Ordnung schaffen – für den Fluss des Lebendigen

 
Dieser Newsletter ist dem 1.August gewidmet und beschäftigt sich mit den alten Schnittbräuchen. Nach dem alten Kalender ist dies der Übergang vom Sommer zum Herbst, vom Feuer- zum Wasserelement. Informationen zu unseren WaldZeit-Visionssuchen https://umainstitut.net/visionssuche und unserer Ausbildung www.umainstitut.net/ausbildung findest du weiter unten.  
 
Korn- und Kräuterernte
Die Bräuche um den 1. August drehen sich um den Beginn der Erntetätigkeit, sei dies auf dem Feld oder im Garten. Vor allem die Kräuter werden gerne im August (am besten zu Vollmond am 3. August) geerntet. Am 15. August werden sie geweiht und gesegnet – auf dass sie uns stärkend und heilend durch das nächste Jahr begleiten. Wir selbst kommen hier im Wendland immer mehr auf unserem Stückchen Land an und merken, wie sehr es uns nur gibt im Zusammenhang mit diesem Land. Oder anders: es gibt uns immer weniger ohne dieses Land. Wir essen diesen Garten, also ist der Garten auch in uns. Und wenn wir aus der Ordnung gefallen sind und krank werden, dann helfen uns die Heilpflanzen, uns wieder in die Harmonie des Tages- und Jahreskreislaufs zurückzufinden und damit zu gesunden.
 
Jeder Schnitt gibt die Möglichkeit…
Die Jahreszeit des Sommers geht nun zu Ende. Sie steht über die konkrete Jahreszeit hinaus für das gelebte Leben generell, für einen durchlebten Lebensabschnitt, das Gewordene und zur Blüte Gekommene im eigenen Leben. Oder aber wir bekommen auch das Nicht-Gelebte und Verpasste zu Gesicht. Der 1. August als Übergang vom Sommer in den Herbst oder vom Feuer- zum Wasserelement bietet uns einen Moment des Innehaltens: Wir können auf das Gewordene zurückblicken und ehrlich erkennen, wo wir dankbar feiern dürfen. Und wo etwas den weiteren Fluss des Lebens blockiert, weil wir etwas verpasst, unterlassen oder falsch entschieden haben. In diesem Fall können wir die aufkommende Herbstqualität nutzen – sie steht für das Geschichten erzählen. Wir können rückwirkend unsere Geschichte in Ordnung bringen und sie uns dadurch neu erzählen, sodass der Schnitt in die neue Lebensphase uns Freiheit und Kraft und einen neuen Fluss bringt. Wie das gehen kann verrät der Naturgang am Ende des Newsletters…
 
Zum Augustritual ist dazu ein kleines Liedchen entstanden:
 
Wir ernten, was wir waren,
Wir ernten, was wir taten,
und was wir unterlassen haben,
das holen wir noch nach!
 
Denn jeder Schnitt gibt die Möglichkeit
Den Weg noch einmal durchzugehen.
Zu feiern und verschmerzend durchzustehen,
Was Schwieriges gewesen.
 
Jeder Schnitt gibt uns die Möglichkeit,
mit Klarheit vielleicht Neues zu sehen,
erst im Überblick den eignen Weg zu verstehen,
 
Jeder Schnitt gibt uns die Möglichkeit,
uns selbst und andern zu verzeihn,
frei zu werden für ein neues Sein.
 
Jeder Schnitt gibt uns die Möglichkeit,
unser Leben in Ordnung zu bringen,
und unsere Geschichte neu zu singen!
 
Wir ernten, was wir waren,
Wir ernten, was wir taten,
und was wir unterlassen haben,
das holen wir noch nach!
 
Wir schneiden und ringen
und tanzen und singen für den Fluss des Lebens…
 
NATURGANG-IMPULS zum 1. August
 
Ordnung schaffen – für den Fluss des Lebendigen
Der Impuls lässt dich mitten in der Fülle des Lebens und des Alltags innehalten. Du wirst einen ehrlichen Blick auf das Gewordene und schaust, wo es noch etwas nachzuholen gilt oder wo der Fluss deines Lebens blockiert ist. Du wählst selbst aus, welches Zeitfenster du dabei in den Blick nimmst. Schaust du auf die vergehende Sommerjahreszeit, also dein Leben zwischen dem 1. Mai 2020 und dem 1. August? Oder nimmst du eine längere Lebensphase ins Visier? Oder gar einen ganzen Lebensabschnitt? Oder schaust du auf deinen Weg hinsichtlich eines bestimmten Themas und wählst da den zeitlichen Rahmen aus? Wie auch immer: es ist wichtig, dass du den zeitlichen Rahmen vorher festlegst.
 
Nimm dir für den Naturgang 2-3 Stunden Zeit (oder mehr). Stell dir einen Wecker auf die Rückkehr-Uhrzeit und ziehe los. Bau dir zu Beginn des Naturgangs eine Schwelle aus Naturmaterialien (Äste, Steine, Schneckenhäuser, Tannzapfen, Blumen…). Werde dir vor dem Schwellenübertritt bewusst, dass du eingewoben bist in einen großen Lebensstrom. Was immer du in deinem Leben nun in Ordnung bringst, das dient auch dem ganzen Lebensfluss und deinem Wirken in der Welt. Wenn du über diese Schwelle am Ende wieder zurückkehrst und sie auflöst, werde dir gewahr, wie du dich jetzt fühlst.
 
«Geh über die Schwelle. Finde einen Ort im Gelände, den du als Anfang deiner vorher festgelegten Zeitlinie definierst. Geh von dort an vorwärts durch deine Lebensgeschichte, bis du beim Tag heute gelandet bist. Auf diesem Weg gehst du innerlich durch wichtige Stationen und äußerlich schaust und fühlst du in der Landschaft/im Wald, was sich dir dazu zeigt. Am Ende am Jetzt-Platz erkennst du die Früchte deines Weges, die du ernten und feiern darfst. Und du erkennst vielleicht auch, an welcher/an welchen Station/en etwas unerledigt blieb, nicht zu Ende gebracht wurde, blockiert ist. Entweder hat es sich schon bei deinem Gang durch die Lebenslinie verändert oder du gehst nun noch einmal zurück und ‘tust, was getan werden muss’! Muss etwas geschnitten werden, beendet, beerdigt, ausgesprochen, gewürdigt… werden? Beende deinen Naturgang am Jetzt-Platz und schau, welcher Abschnitt nun vor dir liegt und mit welchem Schwung/Fluss du nun die Schwelle in den Herbst betrittst.»
 
 
Wir senden sommerstille Grüße aus unserem Blumenblütenparadies.
 
Ursula und David
 
 
 

 

Lebensdienliches Wirken aus Lebenslust


Dieser Newsletter ist dem 21.Juni gewidmet und beschäftigt sich mit den alten Feuerbräuchen zur Sommersonnenwende. Informationen zu unseren WaldZeit-Visionssuchenhttps://umainstitut.net/visionssuche und unserer Ausbildung www.umainstitut.net/ausbildung findest du weiter unten.  
 
Die Videos zur Corona-Transformationsreise
Wir freuen uns, dass wir zu diesem Jahreshöchstpunkt unsere Corona-Transformationsreise mit unseren Videos vollendet haben. Wir haben uns seit März in sechs aufeinander folgenden Videos mit der Frage beschäftigt, welche Stationen eine Transformationsreise hat, wenn sie von uns als ganzer Gesellschaft durchlaufen wird. Die letzten beiden Videos erzählen von einem möglichen «neuen Frühling» (Video 5) und «vom Frühling in einen neuen, lebensdienlicheren Sommer» (Video 6)
https://umainstitut.net/videos
Wir wünschen viel Inspiration und Bekräftigung und freuen uns, wenn die Videos durch euch auch anderen Menschen zugänglich gemacht werden.
 
Die Welt wird nicht durch Kampf lebensdienlicher …
Das glauben wir zumindest… für eine «bessere» = naturverbundene und enkeltaugliche Welt zu kämpfen ist eine wichtige Station auf der Transformationsreise. Aber Kampf ist nicht die Schwingung, aus der wirklich gelungenes Neues entstehen kann. Wenn wir uns über den Kampf hinaus mit der Quelle des Lebendigen verbinden und dort von der Lust am Leben kosten, ist genug Kraft da, dem Fortgang des Lebens auf lebensdienliche Weise zu dienen. Denn die Lebenslust ist der Motor aller Veränderung!
 
Mittsommerbräuche und Lebenslust
Die Mittsommerbräuche zu Mittsommer feiern die pure Lebenslust. Liebe, Rausch und die Vereinigung mit den Naturkräften, die in ihrer vollen Blüte stehen, stehen im Mittelpunkt. So wie am Himmel die Sonne nun am Höchsten steht, findet sich im rituellen Sonnwendfeuer auf der Erde die gebündelte Kraft und Freude wieder. Das lodernde Feuer zu überspringen bringt diese Naturkraft über das Becken in unsere Körper. Paarweise das Feuer zu überspringen weckt die Fruchtbarkeit für den Fortgang des Lebens. Im christlichen Brauchtum wurde das heidnische Mittsommerfest auf den Johannes den Täufer übertragen, weshalb man ab dann vom «Johannisfeuer» spricht. Bildlich-symbolisch übernimmt der geköpfte Johannes aber nur das naturpoetische Bild, wonach die Sonne nach der Mittsommerwende nach und nach «den Kopf verliert», die Feuerkräfte also wieder schwinden.
 
Die Mutter aller Kräuter stärkt die Lebenskraft
Neben dem zum Kranz geflochtenen Johanniskraut spielt der Beifuss in den Mittsommerbräuchen die zentrale Rolle. Mit ihm wird geräuchert und die Beifussstängel werden zu einem Gürtel geflochten um die Hüfte gelegt.
 
Diese unscheinbare Pflanze, die in unserem Garten (Foto) überall von alleine wächst, trägt eine enorme Kraft in sich. In Europa findet sich dieses Heilkraut schon bei jungsteinzeitlichen Funden (z.B. bei Lascaux, um 17’000 v.d.Z.), in der griechischen Antike ist sie der Göttin Artemis geweiht (deshalb ihr lateinischer Name artemisia). In der chinesischen Medizin wird das Kraut (Moxa) zur Therapie von Kältezuständen und bei Blockaden eingesetzt und auch in den Riten der Native Americans spielt der Beifuss (unter dem Namen «weißer Salbei» white sage) eine zentrale Rolle. Der Beifuss ist nicht nur die Mutter aller Kräuter, sondern auch das Kraut aller Mütter, denn es unterstützt bei Menstruation und Geburt.
 
Generell ist das Kraut heilig und heiligend, d.h. alles was mit ihm in Berührung kommt, wird heilig. Wer sich mit dem Pflanzengeist beräuchert oder abreibt, wird frei zu «fliegen», d.h. schamanisch zu reisen. Der Beifuss vermag
gestaute Energien in Fluss zu bringen und wirkt reinigend auf alles, was krank macht. Diese Wirkung entsteht, weil der Beifuss wärmt (einer seiner weiteren Namen ist Mugwurz, von kelt. mug = warm). Er bringt eben die Wärme dorthin, wo etwas angespannt ist. Und wer entspannt und weniger blockiert ist, ist weniger anfällig für Krankheiten…
 
Corona, Lebensfreude, Beifuss und Sommersonnwende…
Wenn wir die alten Bräuche nicht nur retroromantisch feiern, sondern sie in der heutigen Zeit feiern und mit den Ereignissen zu Mittsommer in diesem konkreten Jahr 2020 in Verbindung bringen, dann stoßen sie uns auf ganz unterschiedliche Themen:
–       Wie steht es eigentlich, gerade angesichts des Corona-Virus, um die Stärkung unseres Immunsystems? Darüber wird in den Medien wenig gesprochen. Vielleicht weil die Stärkung des Immunsystems immer mit der Frage zusammenhängt:
–       Wie steht es eigentlich um unsere Blockaden? Wo sind wir persönlich, aber auch als ganze Gesellschaft blockiert? Welche Themen müssten längst in Fluss gebracht werden? Diese Auseinandersetzung bringt uns zur nächsten Frage:
–       Wie steht es eigentlich um unsere Lebensfreude und Lebenslust? Ist sie durch Blockaden und Ängste so klein geschrumpft, dass wir sie oft gar nicht mehr wahrnehmen? Sodass sie nicht mehr unser Aufstehen am Morgen beflügelt, unser Beisammensein mit anderen Menschen nährt, unser Mitfühlen mit unseren Naturgeschwistern fördert, unser Tun leitet, das stille Danken zum Tagesende führt?
–       Erlauben wir uns (können wir es uns überhaupt vorstellen?), dass ein Kraut uns helfen kann, diese Lebendigkeit in uns zu wecken, in unserem Becken, in unserem Herzen, in unserem Geist? Dass eine tiefe Verbindung zu einem unscheinbaren Heilkraut uns an die Lust am Leben, auch und gerade angesichts so vieler Schwierigkeiten, anzubinden vermag? Und wie tut es das?
–       Wie mag sich das Leben anfühlen (der eigene konkrete Lebensalltag, aber auch das gesellschaftliche Leben), wenn dieses Kraut die künstliche Trennung zwischen profan und heilig aufhebt? Was ändert sich, wenn wir das Leben und unser Tun darin als heiligen Akt erfahren? Wenn wir das Leben aller Pflanzen, der Tiere, der Landschaft, in der wir leben, als heilig wahrnehmen?
–       Welches Bild von heilig zeichnet diese unscheinbare Pflanze? Nichts abgehoben abgesondertes, nichts Aufgeblähtes Auffälliges, Abgegrenztes, sondern eben das Unscheinbare, Beiläufige, scheinbar Nebensächliche birgt Heiligkeit. Heil im Sinne von Heil, ganz, ganzheitlich, warm, hell, rein, stark. Jedes Wesen ist zu diesem heiligen Sein ge- und berufen.
 
NATURGANG-IMPULS zum 21. Juni
 
Heilige Freude!
Dieser Naturgangimpuls basiert auf dem alten Sommersondwend-Brauch des Feuers und des Räucherns/Abreibens mit Beifuss, bzw. des Tanzens mit einem Beifussgürtel.
 
Wir schreiben zwei Varianten eines Naturrituals auf, eines mit Feuer und Beifuss und eines ohne Feuer und ohne Beifuss. Es haben ja vielleicht nicht alle die Möglichkeit, ein Feuer zu entzünden und Beifuss zu finden…
 
Naturritual mit Feuer und Beifuss
Gestalte das Ritual (alleine oder mit anderen) mit einem klaren Anfang und Ende. Es bietet sich an, mit getrocknetem Beifuss zu räuchern (ein Häufchen stark in der Handfläche reiben und zu einer Kugel formen). Als Vorbereitung oder als Teil des Rituals wird frischer Beifuss gesammelt und zu einem Gürtel geflochten. Geh während dieser Handlung in Verbindung mit diesem Pflanzenwesen und höre/spüre/fühle/sehe, was sie dir über die Heiligkeit des Lebens verrät. Gieße diese Erkenntnis in einen Satz und binde dir mit diesem Satz den Beifussgürtel um. Entzünde nun das Mittsommerfeuer, indem du eine innere Verbindung zwischen der hohen Sonne und dem Erdenfeuer herstellst. Spring mit deinem Gürtel unter lautem Aussprechens des Satzes (mehrmals?) über das lodernde Feuer. Was geschieht? Beende das Ritual mit einem klaren Ende (z.B. danken und nochmals räuchern).
P.S. In den Bräuchen steht manchmal: sie waren nur «mit den vier Winden und einem Beifussgürtel bekleidet». Vielleicht liegt in der Verbindung mit deinem nackten Körper in Bezug auf die Lebensfreude/Lebenslust nochmals eine besondere Herausforderung/ein besonderer Schatz?
 
 
Naturgang zur Sommersonnwende ohne Feuer und Beifuss
Bau dir zu Beginn eine Schwelle aus Naturmaterial und überschreite sie bewusst. Du betrittst nun das Sommersonnwendland. Wenn du es bis zum Ende des Naturgangs durchschritten hast, wird sich ab dann die Sonne senken. Irgendwo im Sonnersonnwendland befindet sich der Platz deiner Lebenslust. Ist er einfach zu finden? Oder ganz verborgen? Musst du, um dahin zu gelangen, durch eine Trauerschlucht? Oder fordert ein Bach das Loslassen? Wenn sich ein Platz zeigt und du dich fragst, ob das der Platz deiner Lebenslust ist, lautet die Antwort «ja». Werte nicht, sondern erkunde die spezifische Qualität der Lust auf Leben an diesem Ort. Wenn du Räuchersachen dabei hast (getrockneten Beifuss oder anderes), dann räuchere dich und stelle dich nun bewusst als heiliges Wesen in einen heiligen Raum. Wie verändert sich deine Wahrnehmung? Gehe behutsam zur Schwelle zurück und löse sie hinter dir auf.»
 
Wir senden warme lebenlustige Grüße aus unserem Blumenblütenparadies.
 
Ursula und David
 
 

 

Transformation lenen


Welch turbulente Zeit, in die unser Newsletter zur Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche fällt! Und ja: der Newsletter kommt zu spät – wegen der Turbulenzen, die natürlich auch uns erfassen. David war krank und für einige Tage offizieller Corona-Verdachtsfall, bis der Test Entwarnung brachte. Wir haben Zeit gebraucht, uns in der Ungewissheit einzufinden, Lohnausfälle zu verkraften und abzufedern, Ängste, Mutmachendes und Hoffnungen auszuloten und unser Leben in der vorübergehenden Familienquarantäne einzurichten. Gleichzeitig sind wir beflügelt von dem, was gerade passiert – als Gesellschaft sind wir durch das Auftreten des Corona-Virus urplötzlich auf jene umfassende «Transformationsreise» gestoßen worden, die wir in unseren Büchern und Vorträgen in Bezug auf eine lebensdienlichere, erdentaugliche Gesellschaft als «not-wendig» beschreiben. Mag auch das Virus als Auslöser unverhofft sein und wir unbestreitbar in eine Krise großen Ausmaßes geraten sein, so sehen wir dennoch in der «Corona-Krise» auch eine große und kostbare «Corona-Chance»… Es wird an uns allen liegen, ob wir durch die Krise hindurch und in Kooperation mit der Natur Wege in ein naturverbundeneres, inspiriertes und lebensdienlicheres Menschsein (er)finden werden.
 
Videos  
Gerne wollen wir unseren Beitrag zur aktuellen Transformationsbewegung einbringen – aus naturzyklischer und naturmystischer Sicht, und u.a. in Form von kleinen Videos, die unsere abgesagten Vorträge nun auf andere Weise und breiter zugänglich machen werden.;-)
 
 
Text zur Corona-Krise als Transformationsbeschleuniger
In einem neuen Text, der gerne weiterverbreitet werden darf, teilen wir unsere langjährige Expertise in der Begleitung von Transformationsprozessen und erkunden unsere gegenwärtige gesellschaftliche Transformationsreise. Als «geistige Landkarte» dient uns unser Naturmodell, das wir das «Rad der Transformation» nennen. Die Anbindung an die Natur und die Zyklen der Jahreszeiten ermöglichen es uns, auch in scheinbar chaotischen und «nie dagewesenen» Situationen eine tiefere Gesetzmäßigkeit und einen gangbaren Weg zu erkennen. Auch wir wissen nicht, wohin uns diese Krise führen wird, wie lange sie andauern mag und wie unsere Gesellschaft hinterher aussehen wird. Doch mit Blick auf die Natur können wir unsere gegenwärtige Situation einordnen und die nächsten Schritte und «Transformationsetappen» beschreiben. Wir können auch schwierige Gefühle und Reaktionen als Teil des Weges annehmen. Und wir können beschreiben, wie es gelingen kann, dass wir am Ende der Transformationskrise nicht einfach zum Alten zurückkehren, sondern einen Neuanfang für eine lebensdienlicheres Menschsein und eine erdentaugliche Gesellschaft feiern. Wenn es gelingt, wird die Corona-Krise ein Geschenk für die Menschen und die Mehr-als-menschliche-Welt gewesen sein. Auf dem Weg dorthin richtet uns das «Rad der Transformation» aus, fordert uns auf und heraus, und macht Mut.
 
Text pdf zum Herunterladen
 
 
NATURGANG-IMPULSE zur Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche
 
Mit dem, was da ist, da sein!
Der Impuls für diesen Naturgang ist nicht so entscheidend – deshalb zeigen wir auch unterschiedliche Möglichkeiten auf. Wichtig scheint uns, dass genau jetzt in dieser Umbruchszeit viele Menschen nicht nur eine neue Solidarität mit ihren Mitmenschen erfahren, sondern auch die Beziehung mit allen unseren nicht-menschlichen Mitgeschöpfen pflegen. Denn das Verweilen in der Natur ermöglicht uns Menschen zur Zeit eine gesunde Distanznahme von rein menschlichen Sorgen und Ängsten und eine Verbundenheit mit der Lebenskraft, die aus sich heraus immer zum Heilsamen gedeiht (ohne dass wir sie rational verstehen müssten).
 
Nimm dir für den Naturgang 2-3 Stunden Zeit (oder mehr). Stell dir einen Wecker auf die Rückkehr-Uhrzeit und ziehe los. Bau dir zu Beginn des Naturgangs eine Schwelle aus Naturmaterialien (Äste, Steine, Schneckenhäuser, Tannzapfen, Laubhaufen…). Werde dir vor dem Schwellenübertritt deiner (menschlichen) Gefühle und Regungen bewusst. Wenn du über diese Schwelle am Ende wieder zurückkehrst und sie auflöst, werde dir gewahr, wie du dich jetzt fühlst. Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie ein Impuls deine Wahrnehmung ausrichten kann:
 
«Geh über die Schwelle und erzähle einem Naturwesen deines Vertrauens laut von deinen Ängsten und Sorgen. Dann nimm wahr, was von ihm zurückkommt.»
 
«Geh über die Schwelle und sei einfach offen für die Beziehung mit einem Naturwesen, mit dem Wind, der Sonne… Drück das, was dich in diesem konkreten Beziehung-Sein bewegt, in Bewegung aus.»
 
«Geh über die Schwelle und verkrieche dich an den tiefsten/dunkelsten/kuscheligsten Ort im Wald. Verweile dort so lange, bis es in dir ganz ruhig wird und schau, was dann geschieht.»
 
„Geh über die Schwelle und nimm die aufsteigende Frühlingskraft in allen Wesen wahr. Fühle sie auch in deinem Wesen und schau, wohin/zu was sie dich führt.»
 
«Geh über die Schwelle und finde oder baue in der Landschaft ein (natürliches) Tor. Verweile vor diesem Tor im Bewusstsein, dass dahinter ein unbekanntes Land liegt, in dem die alte gewohnte Welt nicht mehr existiert. Schreite bewusst durch das Tor und erkunde das unbekannte Land (und deine Gefühle).» 
 
 
 
Wir senden mitfühlende und verbundene Grüße aus unserem Frühlings-Naturparadies,
 
Ursula und David
 
 
 

Der leichte Tanz weckt den Frühling…


Dieser Newsletter ist dem 1.Februar gewidmet, bzw. nach altem Kalender dem Wechsel von der Winterjahreszeit in den Frühling. Gehütet wird dieser Übergang mythologisch von der weißen Brigid. Im englischen Wort bright scheint ihre leuchtende Gestalt noch auf. Sie ist die mythologische Verkörperung des Frühlings. Ihr Baum ist die weiße Birke, die als Pionierbaum neue Flächen bewächst. Im Brauchtum wird der Frühling geweckt durch kleine Schellen, die an den Gewändern der Harlekine hängen – manchmal trägt er weiße Gewänder, manchmal bunte Flecken, die die Farben der kommenden Frühlingsblumen darstellen. Mit ihrem leichtfüßigen Tanz «massieren» die Harlekine den Körper der Erde und wecken mit ihrem Schellenklang die schlafenden Samen und Tiere auf…
 
Mit dem eigenen Tanz mitwirken am Wecken?
Wenn wir Brauchtum nicht verstehen als längst vergangenen heidnischen Humbug, sondern als ursprünglicher Ausdruck einer tiefen Naturspiritualität, dann stellt sich die Frage: Was passiert, wenn wir selbst zum Frühlingsanfang diese Handlung ausführen? Wenn wir selbst leichtfüssig übers Land tanzen und mitwirken, die schlafenden Wesen zu wecken? Unsere eigenen neuen Ideen, die Samen der Pflanzen, die uns dieses Jahr Nahrung schenken, die Heilkräuter des Sommers, die Bäume, die das Holz für die nächsten Generationen schenken? Oder weniger auf uns Menschen bezogen: Was passiert, wenn wir einfach um des leichtfüßigen Tanzes und das Leben selbst tanzen? Einfach so? Oder nochmals anders: Was passiert, wenn wir diesen Tanz auf UNSEREM Land vor der Haustür tanzen? Wenn wir merken, dass aufgrund des milden Winters viele Wesen gar keinen tiefen Winterschlaf gehalten haben? Haben wir auch den Mut, unser Tanz auf einem Acker zu tanzen, auf dem bald erneut Glyphosat gespritzt wird?
Werden dann die alten Bräuche zum Ausdruck einer neuen Naturreligiosität, die die Augen und das Herz öffnet für das, wie es uns und unserem Land wirklich geht?
 
 
NATURGANG-IMPULS zum 2. Februar
 
Leichtfüssig tanzend die Erde wecken
Diesen Naturgang kannst du verstehen als reine Selbsterfahrung (Fokus: kann ich leichtfüssig tanzen). Oder du weitest deine Selbsterfahrung in eine Beziehungserfahrung (Fokus: Wie geht es dem Land, das meine Füße berühren? Können wir gemeinsam leichtfüssig den Frühling wecken? Oder wie muss etwa der Schwere Ausdruck verliehen werden?).
 
Nimm dir für den Naturgang 2-3 Stunden Zeit (oder mehr). Stell dir einen Wecker auf die Rückkehr-Uhrzeit und ziehe los. Bau dir zu Beginn des Naturgangs eine Schwelle aus Naturmaterialien (Äste, Steine, Schneckenhäuser, Tannzapfen…). Begrüsse beim Überschreiten der Schwelle das Land, auf dem du lebst, und werde der speziellen Atmosphäre dieser Jahreszeit gewahr. Über diese Schwelle kehrst du am Ende auch wieder zurück und löst sie auf. Wenn du magst, kannst du auch kleine Schellen mit auf den Schwellengang nehmen und deinen Tanz mit Schwellen an den Füßen tanzen…
 
„Geh über die Schwelle und verbinde dich mit dem Leib der Erde und den in ihm schlafenden kleinen Wesen. Finde deinen leichtfüssigen Tanzschritt und tanze für die Wesen!»
 
Wir senden hell klingende Grüße
 
Ursula und David
 
 
 

 

Sich bereit machen für eine neue Zeit


Dieser Newsletter ist der Wintersonnwende am 21. Dezember gewidmet – bzw. der Zeit bis dahin. Im christlichen Jahreskreis werden die Wochen vor der Wintersonnwende, bzw. der Geburt Jesu Christi, Advent genannt (von lat. ad-venire = ankommen). Dieses Wort ist verwandt mit dem mittelhochdeutschen aventiure, was heute Abenteuer und ursprünglich Wagnis bedeutet. Wir begegnen hier der alten Vorstellung, dass das «sich-bereit-machen» für eine neue Zeit korrespondiert mit dem Innengefühl von sowohl Unsicherheit wie auch Mut für ein neues Wagnis. Denn das, was kommt, war und ist nie gewiss. Heutzutage mehr denn je?
 
Sich bereit machen
Vergangene Woche beschäftigten wir uns im Fortbildungsseminar «Mythodramatische Ritualgestaltung» https://umainstitut.net/erweiterung-ritualgestaltung  (ein Erweiterungsmodul unserer Ausbildung in naturzyklischer Lebens- und Prozessbegleitung https://umainstitut.net/ausbildung ) intensiv mit der Frage, was es bedeutet, sich bereit zu machen. Vor allem: was bedeutet es, sich bereit zu machen für etwas, was wir noch gar nicht wissen können, das uns aber ganz fordern wird? Bereit kommt vom Wort reiten (ursprünglich generell «fahren») und bedeutet demzufolge «zur Fahrt gerüstet sein». In welche Zukunft «fahren» wir nach der Wintersonnwende? Und wer wirst du in dieser Zukunft sein?
Die Schweizer Astrologin Silke Schäfer beschreibt in ihren Sternen-News, dass die Planeten bis Mitte Januar auf eine große Wende zulaufen. Dann dreht unter anderem Uranus seine Richtung. Er steht für Schwingungserhöhung und der Wandel in vielen Lebensbereichen nimmt ab dann Fahrt auf. Das Zeitalter der Ego-Dominanz geht zu Ende (und bäumt sich nochmals auf!). Auch wir gehen davon aus, dass sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten vieles in unserem Lebensstil und unserer Weltwahrnehmung verändern wird, und das vermutlich auf eine Weise, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können. Sich vorbereiten auf einen Wendenpunkt und neuen Zyklus bekommt damit Brisanz – aber eben auch eine neue Lust!
 
Dein Bogen der letzten 12 Jahre
Silke Schäfer lud am 2.12. dazu ein, als Jupiter (Expansion) ins Zeichen Steinbock (Verdichtung) wechselte, darüber nachzusinnen, welcher persönliche Zyklus vor 12 Jahren begonnen hatte (Jupiter wechselt nur alle 12 Jahre das Zeichen). Welche Themen in deinem Leben haben damals begonnen, gehen nun zu Ende und wollen im nächsten Zyklus dem Leben auf einem höheren Level dienen?
 
Die kommende Wintersonnwende ist eine Einladung, dich in Bewusstheit über deinen eigenen Lebensweg und in Verbundenheit mit allem Lebendigen in größtmöglicher Offenheit dem Kommenden zuzuwenden – bereit werden, dich dem Leben mit allem Risiko anzuvertrauen!
 
NATURGANG-IMPULS zum 21. Dezember
 
Sich bereit machen
Dieser Naturgang lädt dich rund um die Wintersonnwende zum Innehalten ein. Das Neue will in ganzer Offenheit angegangen werden, während gleichzeitig ein alter Zyklus zu Ende geht und würdevoll verabschiedet werden will. Damit landen wir im gegenwärtigen Augenblick – der beste Ort, um in aller Präsenz bereit zu sein! Wir laden dich in diesem Naturgang (in Inspiration durch Silke Schäfer s.o.) dazu ein, auf den Zyklus deiner letzten 12 Jahre zu blicken: Die gewachsene Kraft zu würdigen und hinzuspüren, auf welchen neuen Level die kommende Zeit dich heben werden wird. Bist du bereit, das zu geben und zu leben, was dich ausmacht – für dich und für alle Wesen dieser Welt?
 
Nimm dir für den Naturgang 2-3 Stunden Zeit (oder mehr). Stell dir einen Wecker auf die Rückkehr-Uhrzeit und ziehe los. Bau dir zu Beginn des Naturgangs eine Schwelle aus Naturmaterialien (Äste, Steine, Schneckenhäuser, Tannzapfen…). Begrüsse beim Überschreiten der Schwelle die dich umgebende Natur und werde der speziellen Atmosphäre dieser Jahreszeit gewahr. Über diese Schwelle kehrst du am Ende auch wieder zurück und löst sie auf. Wir empfehlen, den Schwellengang bei beginnender Dunkelheit zu machen. In diesem Fall nimm noch eine kleine Kerze mit.
 
„Geh über die Schwelle und finde eine Stelle im Wald, die dein Leben vor 12 Jahren wiederspiegelt. Geh von dort langsame, große 12 Schritte bis heute (du kannst auch 24, 36 oder 48… Jahre abschreiten). Wer bist du geworden? Verbinde dich nun mit den Sternen und ihrer jetzigen Konstellation: Sie lädt dich ein, nun einen weiteren Schritt über dich hinauszuwachsen. Wenn du die innere Bereitschaft fühlst, dieser Einladung der Sterne zu folgen, entzünde deine Kerze.»
 
Wir senden warme Grüße aus dem kalten Norden Deutschlands, wo die Dunkelheit uns umhüllt wie ein stiller Mantel…
 
Ursula und David
 
 
 

 

Ratlosigkeit und Offenheit


Manche Pflanzenwesen sprechen sehr direkt zu uns. So erging es mir mit der Gestalt auf dem Foto. Ich sehe darin eine Frau, ja eher tanzende Zauberin. Sie hält die Arme nach oben, trägt Kopf und Krone sehr aufrecht und der Samenkapselkopf ist – leer. Sie hat alles gegeben, was es zu geben gab.
 
Bei ihrer Betrachtung fiel mir auf, dass die Geste der erhobenen Armen zweierlei bedeuten kann. Wir nehmen diese Pose ein, wenn wir bereit zum Empfangen sind. Und wir nehmen sie ein, wenn wir ratlos sind. Gehören diese beiden doch so unterschiedlich empfundenen Gefühlszustände etwa irgendwie zusammen?
 
Die Bräuche um den 1. November
Die Bräuche um den 1. November können uns etwas über Ratlosigkeit und Öffnung erzählen. Nach altem Kalender beginnt nun die Jahreszeit des Winters, der Dunkelheit, des Mysteriums. Alte Bräuche können uns dabei helfen (wenn wir hinter abwertende und angstmachende Verdrehungen blicken), uns den Dimensionen des Feinstofflichen und Jenseitigen zu öffnen. Wir besuchen nicht zufällig genau jetzt die Verstorbenen auf den Gräbern, weil das Gespräch mit ihnen jetzt, da die Nebel über die Felder ziehen, besonders einfach ist. Alte Orakelbräuche lassen auch Ahnungen der entstehenden Zukunft auftauchen.
 
Empfänglich ratlos sein
Wer sich öffnen will für Botschaften aus dieser «feinen Dimension» (gemeinhin auch Intuition genannt), der kann innerlich und durchaus auch äußerlich die Körperhaltung der Pflanze ein – und es gilt den Kopf zu leeren. Auf diese Weise empfänglich zu sein bedeutet nicht Unterwerfung, sondern Würde und Aufrichtigkeit.
 
Mit dem Gefühl der Ratlosigkeit mag das auf den ersten Blick nicht viel zu tun zu haben. Wenn wir ratlos sind, fühlen wir uns oft ohnmächtig, verzweifelt, geknickt, angefüllt mit Sorgen und Gedanken. Aber eigentlich sind wir in der Ratlosigkeit in einem sehr offenen Zustand, denn «wir wissen nicht». Die Kunst ist also, das Geschenk der Offenheit in der Ratlosigkeit zu erkennen und zu nutzen!
Ratlos können wir in persönlichen Umbruchsituation sein, und ebenso können wir kollektiv ratlos sein, wie es mit unserer Gesellschaft oder gar mit unserer Menschheit und unserer Erde weitergeht. Viele Menschen fühlen heutzutage eine solche Ratlosigkeit – ein zugleich schwieriger und wunderbarer Zustand.
 
Gerade der Jahreszeitenwechsel um den 1. November und insgesamt die Jahreszeit des Winters laden uns ein, gemeinsam ratlos zu sein, und dies auf würdevolle, aufrechte und in gutem Sinne leere und empfängliche Weise. Wir sind sicher, dass dann die Ratlosigkeit zu einem Tor zu neuen Ideen und klugen Botschaften wird! Die alten Bräuche verheißen es…
 
 
NATURGANG-IMPULS zum 1. November
 
Ratlose Offenheit
Dieser Naturgang lädt dich ein, dir deiner Ratlosigkeit bewusst zu werden und die öffnende Kraft, die darin liegt, zu erfahren.
 
Nimm dir für den Naturgang 2-3 Stunden Zeit (oder mehr). Stell dir einen Wecker auf die Rückkehr-Uhrzeit und ziehe los. Bau dir zu Beginn des Naturgangs eine Schwelle aus Naturmaterialien (Äste, Steine, Schneckenhäuser, Tannzapfen…). Über diese Schwelle kehrst du am Ende auch wieder zurück und löst sie auf.
 
Vorbereitung:
Bevor du die Schwelle ins Zauberland übertrittst, setz dich hin und denke nach/spüre nach, in welchen Bereichen im Leben du dich ratlos fühlst. (Unterscheide, ob du dich nur ratlos fühlst oder ob du eigentlich eine Lösung/einen nächsten Schritt wüsstest, aber bisher zu feige oder zu bequem warst, diesen Schritt zu gehen. In diesem Falle suche ein neues Feld der Ratlosigkeit – ein Bereich in deinem Leben, in dem du schon viel gegeben hast, aber noch nichts daraus gediehen ist, jedenfalls nicht so, wie du es wolltest/dir vorgestellt hast.) Je konkreter du diese Situation benennen kannst (angesichts eines Verlustes im Leben, angesichts anstehender Veränderungen, angesichts der Klimasituation… umso besser. Fühle den Schmerz, der in dieser Ratlosigkeit liegt.
 
„Geh mit diesem Gefühl der Ratlosigkeit über die Schwelle und finde nach einer Weile ein Symbol dafür. Geh mit dem Symbol deiner Ratlosigkeit durch den Wald und SEI einfach damit.
Begegne nun nacheinander unterschiedlichen Naturwesen (einem Baum, einem Stein, einem Tier, dem Wind, dem Geist einer Waldlichtung…) und erzähle LAUT und aufrichtig, aufrecht und ehrlich von deiner ratlosen Situation. Dann lausche mit leerem Kopf und offenem Herzen… Was geschieht?»
 
Herzliche Grüße aus dem Norden Deutschland, wo sich die Tage nun deutlich der Dunkelheit zuneigen…
 
Ursula und David
 
 
 

 

Waage, Wert und Würde


Bei der Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche halten sich Tag und Nacht für einen Moment die Waage. Zugleich wandern wir ins Sternzeichen Waage. Es ist der Zeitpunkt im Jahr, um innezuhalten und Erntedank zu feiern. In matriarchalen Kulturen wird bei den Erntedankfeiern das von der Erde Geschenkte ausgleichend verteilt. Auf diese Weise wird in der Gemeinschaft die Waage gehalten und niemand kann Reichtum anhäufen, während andere verarmen.
 
In unserer Kultur sind wir von einem solchen ausgleichenden Geben und Nehmen, in dem jeder Mensch seine Würde und jede Gabe seinen Wert hat, weit entfernt – Ausgleich funktioniert auch nur, wenn alle großzügig geben. In der westlichen Welt herrscht zwar insgesamt viel materieller Reichtum, aber dahinter schlummert oft – so paradox das scheinen mag – ein Gefühl von Mangel, Unwürde und Wertlosigkeit.
 
Wir können dieses auf Mangel basierende und zugleich ausbeuterische System nur durchbrechen, wenn wir zwei Dinge gleichzeitig tun: einerseits großzügig geben und andererseits dort, wo uns dies selbst nicht widerfährt, für unseren Wert und unsere Würde einstehen.
 
NATURGANG-IMPULS zum 23. September
 
Vom ausgleichenden Wert in Würde
Dieser Naturgang lädt dich ein, dich bewusst in den ausgleichenden Fluss von Geben und Nehmen zu begeben – ganz ohne, dass du dafür etwas tun oder leisten musst. Du kannst einfach «nur» bewusst atmen und das Atmen der Bäume wahrnehmen. Du und die Bäume, ihr gebt und nehmt ständig, sonst gäbe es kein Leben. Darüber hinaus bist du mit dem unten folgenden Impuls eingeladen, den Kreislauf des Stoffwechsels bewusst wahrzunehmen. Dieser allerdings bringt einen größeren Bogen ins Bewusstsein, denn er konfrontiert dich mit der Qualität des Herbstes – deinem Vergehen und Verwesen.
 
Nimm dir für den Naturgang 2-3 Stunden Zeit (oder mehr). Stell dir einen Wecker auf die Rückkehr-Uhrzeit und ziehe los. Bau dir zu Beginn des Naturgangs eine Schwelle aus Naturmaterialien (Äste, Blumen, Steine, Schneckenhäuser…). Über diese Schwelle kehrst du am Ende auch wieder zurück und löst sie auf.
 
„Geh über die Schwelle und finde einen Platz im Wald, wo du dich auf den Boden hinlegst. Werde gewahr, wie viel (an Nahrung) du von den Wesen dieser Erde bereits bekommen und genommen hast. Während du nun liegst, werde gewahr, dass du eines Tages deinen Körper der Erde zurückgibst – dein größtes Geschenk zurück an die Wesen, die sich über dein Ver-Wesen freuen werden.“
 
Wenn du dich wirklich auf diesen herbstlich-sterblichen Impuls einlässt, wird auch die Frage nach deinem Wert auftauchen. Wieviel Wert ist dein Körper für die anderen Wesen? Oder lebst du dein Leben auf eine Art und Weise, dass dein Körper am Ende als Sondermüll gilt? Wenn du gesund, ausgeglichen, harmonisch, ausbalanciert und soweit wie möglich frei von Giftstoffen, Amalgamfüllungen, künstlichen Zusatzstoffen, degenerierten und gentechnisch veränderten Lebensmitteln etc. lebst, dann hat diese Lebensführung eben eine Wirkung über dein Ab-Leben hinaus. Dann bist du ein würdevolles und nährendes Geschenk.
 
 
Herzliche Grüße aus unserem herbstlichen Garten, der im Abblühen eine ganz eigene Schönheit zeigt…
 
Ursula und David
 
 
 

 

Von der normal gewordenen Gier zum normalen Maß


Dieser Newsletter ist den Kornschnittbräuchen rund um den 1. August gewidmet. Sie laden uns jedes Jahr zum Innehalten und Nachdenken ein: Was ernten wir, wieviel ernten wir und wieviel davon nehmen wir für uns persönlich. Denn die alten Schnittbräuche lebten vor, dass nur soviel genommen wird, wie für das gute Überleben gebraucht wird. Der Rest wird stehen gelassen, «den Pferden der Frau Holle» zum Dank. Konkret bedeutet das, dass sich außer uns noch tausende andere Naturwesen an der Erdennahrung laben können. Bis auf den letzten Strohhalm abrasierte Großfelder sind das Gegenteil davon.
 
In unserer heutigen westlichen Kultur ist es darum als Einzelperson gar nicht mehr so einfach zu erkennen, ob das, was man selbst von der Natur nimmt, im richtigen Maß ist oder nicht. Denn das Prinzip der Gier ist längst zur Normalität geworden. Wir nehmen vielmehr, als wir für ein gutes Überleben brauchen, und dies auf Kosten des guten Überlebens anderer Menschen und anderer Naturwesen.
 
NATURGANG-IMPULS zum 1. August
 
Von der normal gewordenen Gier zum normalen Maß
Dieser Naturgang lädt dich ein, den zu gierigen Anteil in deiner Lebensweise in Kommunikation mit den Wesen des Waldes zu bringen und zu horchen, was an Impulsen von dort zurückkommt.
 
Nimm dir für den Naturgang 2-3 Stunden Zeit (oder mehr). Stell dir einen Wecker auf die Rückkehr-Uhrzeit und ziehe los. Bau dir zu Beginn des Naturgangs eine Schwelle aus Naturmaterialien (Äste, Blumen, Steine, Schneckenhäuser…). Bevor du diese Schwelle (als Kreis oder Linie) übertrittst, besinne dich: Wo in deinem Leben lebst du zu gierig? Wo verbrauchst du mehr als du brauchst? (Ver-)Urteile dich nicht, sondern geh mit dieser Wahrheit wahrhaftig über die Schwelle.
 
„Geh über die Schwelle und streune durch den Wald. Halte an einer Stelle inne und werde gewahr, dass hier in diesem großen Organismus Wald NIEMAND über seine Verhältnisse lebt! Wende dich an eines der Lebewesen und erzähle ihm (möglichst laut) von deiner ganz konkreten Lebensweise. Dann horche auf seine Reaktion.“
 
 
Herzliche Grüße aus unserem sommerreifen Garten, der ab dem 7.8. die letzte WaldZeit-Gruppe in diesem Jahr begrüßen wird….
 
Ursula und David
 
 
 

 

Menschenmacht und Naturmächtigkeit


Dieser Newsletter ist der Sommersonnwende am 21. Juni gewidmet und kommt diesmal etwas früher, denn wir verbinden ihn mit einer Einladung:
 
Buchvernissage zum neuen Buch «WaldZeit – Visionssuche in europäischer Tradition»
Am Samstag, den 15. Juni 2019, um 18.30 Uhr im «Kafi für Dich» in der Stauffacherstrasse 141 in Zürich
 
 
Es ist ein wunderbares Gefühl, das neue Buch nun in den Händen zu halten. Wie alles um uns herum in der Natur ist es Ausdruck von Fülle! Und es erzählt davon, wie ein längeres Verweilen ohne Absicht in der Natur etwas wieder ins Lot bringt: Das Verhältnis von Menschenmacht und Naturmächtigkeit.
 
Denn unsere Kultur hat dieses Verhältnis mächtig ins Ungleichgewicht verschoben. Das animistische Weltbild unserer indigenen Vorfahren in Europa besagte, dass die Natur als umfassendes, beseeltes Lebewesen GRÖSSER und WIRKMÄCHTIGER als die Menschen ist und die Menschen ihre Macht in diese größere Wirkmacht einbetten – dann gedeiht das Leben in Fülle und Gesundheit. Im Verlauf der Geschichte wurde die menschliche Lebensweise in der westlichen Kultur immer herrschaftlicher, ausbeuterischer und kriegerischer. Dieser Prozess mündete in der Neuzeit in ein naturwissenschaftliches Weltbild, das keine Seele mehr kennt und die Welt als Ansammlung getrennter materieller Objekte versteht. Berauscht durch den wissenschaftlich-technischen Fortschritt kehrte sich die alte Vorstellung um: die Menschen fühlten sich nun wirkmächtiger als die Natur, die «Fehler der Natur» wurden durch die Menschen korrigiert (Flüsse wurden begradigt, Moore trocken gelegt, …), die Natur konnte beherrscht werden und den menschlichen Zwecken dienen.
 
Dieses mechanisch-materialistische und menschenzentrierte Weltbild gerät zur Zeit gewaltig ins Wanken. Wir begreifen durch die klimatischen Veränderungen, dass die Natur mit ihren Elementen sehr viel mächtiger ist als wir Menschen – Feuer und Hitze, Stürme, Wassermassen, Erdrutsche. Wir stehen vor einer Entscheidung: Wollen wir, nicht zuletzt mit viel technischem Aufwand, den sinnlosen und zerstörerischen Machtkampf mit der Natur fortsetzen? Oder werden wir endlich demütig und kehren an den uns angemessenen Platz in der Schöpfung zurück – dass wir nämlich unsere besondere Macht als Menschen in den Dienst der großen Naturmächtigkeit stellen?
 
Der Naturgang am Ende dieses Newsletters lädt dich ein, deine persönliche Macht in ein stimmiges Verhältnis zur Mächtigkeit der Natur zu bringen.
 
 
Neues Buch zur «WaldZeit-Visionssuche»
 
Beim 12tägigen Ritual der WaldZeit-Visionssuche verbringen Menschen jeden Alters nach einigen Vorbereitungstagen vier Tage und Nächte alleine und fastend im Wald. Das Buch erzählt lebendig von der Sehnsucht, den Ängsten und den Freuden, die mit diesem Abenteuer verbunden sind, vor allem aber von der tiefen Rückverbindung mit der eigenen Seele und der Seele der Natur. Das Buch enthüllt die europäische Tradition dieses Rituals, von der auf symbolische Weise unsere Märchen erzählen. Das Buch beantwortet alle konkreten Fragen zum Ablauf einer WaldZeit und verbindet die naturmystischen Erfahrungen der WaldZeit mit dem Nachdenken über unsere naturentfremdete Kultur. Naturmystik wird damit zum Auftrag für einen erdentauglichen Lebensstil und bekommt politische Brisanz. Der Traum von einer Welt, in der wir Menschen uns in Verbundenheit und Lebendigkeit in das große Gewebe des Lebens einfügen, kann Wirklichkeit werden, weil Verbundenheit und Lebendigkeit in uns Menschen wesensmäßig angelegt sind. Der Wald vermag beides zu wecken …
 
Das Buch WaldZeit https://umainstitut.net/publikationen kann gerne hierhttps://umainstitut.net/bestellformular über uns bestellt werden (so können wir die Produktionskosten decken, danke!)! Es eignet sich als Geschenk und Empfehlung an alle, die sich für die WaldZeit im Speziellen oder Naturmystik im Allgemeinen interessieren, wie auch als Vertiefung für jene, die bereits eine WaldZeit erlebt haben.
NATURGANG-IMPULS zur Sommersonnwende am 21. Juni
 
Die kleine Macht und die große Mächtigkeit
Dieser Naturgang lädt dich ein, dem Verhältnis zwischen deiner Macht (oder Ohnmacht) und der Naturmächtigkeit auf die Spur zu kommen.
 
Nimm dir für den Naturgang 2-3 Stunden Zeit (oder mehr). Stell dir einen Wecker auf die Rückkehr-Uhrzeit und ziehe los. Bau dir zu Beginn des Naturgangs eine Schwelle aus Naturmaterialien (Äste, Blumen, Steine, Schneckenhäuser…). Wenn du diese Schwelle (als Kreis oder Linie) übertrittst, besinne dich ganz auf den gegenwärtigen Augenblick. Folgender zweiteiliger Impuls kann dich begleiten:
 
„Geh über die Schwelle und streune herum. Führe irgendwann zuerst eine Handlung GEGEN DEN WILLEN der Natur/eines anderen Naturwesens aus und danach eine Handlung IM DIENST an der größeren Mächtigkeit. Wie fühlt sich der Unterschied an?“
 
 
Herzliche Grüße aus unserem zauberhaften Garten, der in unglaublicher Rosenfülle duftet…
 
Ursula und David
 
 
 

 

Alle machen ihr eigenes Ding – der Liebe zum Leben wegen

 
Dieser Newsletter ist dem 1. Mai gewidmet und leitet damit – im Naturmodell des Lebenskompass, das auf der europäischen Überlieferung fußt – den Beginn der Jahreszeit des Sommers ein. Die Natur wächst nun in volle veräußerlichte Form hinein und das Kennzeichen dieser Sommerjahreszeit ist VIELFALT.
 
Vielfalt ist jedoch in unserer westlichen Gesellschaft nicht immer und überall erwünscht – viele tun sich schwer mit andersdenkenden Menschen, Menschen aus anderen Kulturen oder Menschen, die sich nicht eindeutig als Mann oder als Frau verstehen. Diese «Einfalt» wird gleichermaßen im Umgang mit der Natur ausgeübt: Felder werden in Monokultur bebaut, Tiere innerhalb derselben Tiergattung in Käfigen und trostlosen Hallen gehalten.
 
Eine sich freie entfaltende Natur zeigt uns aber ein anderes Bild – eben jenes der verwobenen Vielfalt. Zwar steht der Baum scheinbar ganz für sich neben dem Gras, und das Reh spaziert an beiden vorbei – und alle machen ihr eigenes Ding. Doch sie stehen nicht getrennt voneinander in Konkurrenz, sondern des jeden Eigenart ist auf die anderen Eigenarten bezogen, die Vielfalt ergibt ein größeres Ganzes. Jene Kraft, welche die vielfältigen Eigenarten «zusammenhält», ist die Liebe – die Liebe zum Leben.
 
Diese Natur-Weisheit kam mir (Ursula), als mir vorgestern beim ersten Ruf des Kuckucks ein kleines Liedchen über die Lippen sprang – für unseren kleinen Mio gesungen ist es ein Kinderliedchen geworden, aber vor allem drückt es (nach dem Grundsatz «Reim dich oder ich friss dich») die sommerliche Leichtigkeit, Unbeschwertheit und Lebenslust aus. Wer’s hören mag, findet es in unserer Liedersammlunghttps://umainstitut.net/lieder auf unserer Website unter dem Titel «Der Kuckuck kuckt…»
 
Der Kuckuck kuckt, der Luchs der lockt,
der Hahn der rockt in seinem Hühnerstall.
Die Bäume finden’s bäumig und die Sonne sonnt sich,
und der Donner donnert einfach Knall auf Fall.
 
Ref.
Alle machen im Sommer ihr eigenes Ding, im großen Gewebe des Lebens.
Alle machen im Sommer ihr eigenes Ding, der Liebe zum Leben wegen.
 
«Und was machst du, du kleiner Mensch?», fragen Luchs und Fuchs, Ente, Pinguin.
«Ach, ich mach auch nichts andres, wie ihr alle auch,
ich menschel halt so vor mich hin.»
 
Ref.
Alle machen im Sommer ihr eigenes Ding, im großen Gewebe des Lebens.
Alle machen im Sommer ihr eigenes Ding, der Liebe zum Leben wegen.
 
Ein Naturgang am Ende dieses Newsletters lädt dich dazu ein, dieser doppelten Wahrheit des «ganz eigen Seins» und «ganz im großen Ganzen Verwoben Seins» nachzuspüren – die Spur der Liebe zum Leben aufzunehmen.
 
Neue Buchpublikation im Mai!
 
Unser neues Buch über die «WaldZeit – Visionssuche in europäischer Tradition» ist eine Liebeserklärung an den Wald und an ein sehr altes Ritual der Rückverbindung mit der Weisheit der Vielfalt und des Einsseins.
 
Das Buch (200 Seiten) erzählt von den vier Tagen und Nächten im Wald, der Sehnsucht, welche Menschen dieses Abenteuer wagen lässt, von den Ängsten und Freuden, die damit verbunden sind, und vor allem der tiefen Rückverbindung mit der eigenen Seele und der Seele der Natur. Es beantwortet alle konkreten Fragen zur WaldZeit, aber darüber hinaus enthüllt es die ursprüngliche Symbolik von Initiationsritualen in unserer europäischen Märchentradition. Wir verbinden diese mit unserem Nachdenken über unsere naturentfremdete Zeit und träumen uns hinein in eine Welt der Verbundenheit und Lebendigkeit…
 
NATURGANG-IMPULS zum 1. Mai
 
Mach dein Ding im großen Ganzen…
Dieser Naturgang lädt dich ein, ganz du selbst zu sein und dich GLEICHZEITIG liebevoll verbunden im größeren Zusammenhang zu fühlen – und danach zu handeln! Das Einüben dieser Gangart im Alltag hat /hätte weitreichende Konsequenzen – die Natur würde /wird es freuen… Mach den Naturgang wenn möglich im Wald, denn dort kann ein größerer, mehr-als-menschlicher Lebenszusammenhang deutlicher erfahren werden als auf offener Wiese. Aber natürlich ist jeder natürliche Lebensraum für diesen Naturgang geeignet.
 
Nimm dir für den Naturgang 2-3 Stunden Zeit (oder mehr). Stell dir einen Wecker auf die Rückkehr-Uhrzeit und ziehe los. Bau dir zu Beginn des Naturgangs eine Schwelle aus Naturmaterialien (Äste, Blumen, Steine, Schneckenhäuser…). Bevor du diese Schwelle (als Kreis oder Linie) übertrittst, besinne dich, wie es dir gerade geht und was dich beschäftigt. Mit dem Übertritt über die Schwelle streifen diese Gedanken und Sorgen von dir ab (nicht dass sie dann weg wären, aber sie müssen dein Sein nicht länger dominieren, sondern du darfst ganz aus dem gegenwärtigen Augenblick in die Begegnung mit den dich umgebenden Naturwesen finden). Folgender Impuls kann dich begleiten:
 
„Geh über die Schwelle und gelange an einen Ort im Wald/Naturort und führe dort eine spontane Handlung aus. Dann trete noch einmal zurück und nehme den Ort als Ganzen wahr, als vielfältiges Gewebe aus aufeinander abgestimmten Einzelwesen, die ihr Ding machen. Dann verbinde dich in Liebe mit dir und diesem Raum und trete noch einmal, nun ganz bewusst, in diesen «ganzen Raum» ein und werde Teil davon. Führe die Handlung noch einmal aus – oder schau wie sie sich verändert.“
 
 
Herzliche Grüße aus unserem zauberhaften Garten, der den ersten Dauerregen seit mehr als einem ganzen Jahr geschenkt bekommt und nun in unglaublicher Kraft ergrünt! Das Bild zeigt den hinteren, nicht mehr «zivilisierten» Teil unseres Gartens…
 
Ursula und David
 
 
 

 

Alles braucht seine Zeit

 
Dieser Newsletter ist der Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche am 21. März gewidmet und beginnt mit einer Entschuldigung – unser Newsletter kommt zu spät…
 
Das liegt daran, dass wir uns für das, was gerade in die Welt kommen will, alle Zeit nehmen, die es braucht und unsere Kräfte bündeln. Und so ist mit diesem Newsletter nicht nur eine Entschuldigung, sondern eine große Freude verbunden: Unser neues Buch nimmt sichtbare Gestalt an! Wir freuen uns, es euch vorzustellen:
 
WaldZeit – Visionssuche in europäischer Tradition
 
Das Buch (200 Seiten) erzählt von den vier Tagen und Nächten im Wald, der Sehnsucht, welche Menschen dieses Abenteuer wagen lässt, von den Ängsten und Freuden, die damit verbunden sind, und vor allem der tiefen Rückverbindung mit der eigenen Seele und der Seele der Natur. Es beantwortet alle konkreten Fragen zur WaldZeit, aber darüber hinaus enthüllt es die ursprüngliche Symbolik von Initiationsritualen in unserer europäischen Märchentradition. Wir verbinden diese mit unserem Nachdenken über unsere naturentfremdete Zeit und träumen uns hinein in eine Welt der Verbundenheit und Lebendigkeit…
 
Das Buch WaldZeit https://umainstitut.net/publikationen erscheint im Mai und kann ab jetzt hier https://umainstitut.net/bestellformular vorbestellt werden! Es eignet sich als Geschenk und Empfehlung an alle, die sich für die WaldZeit im Speziellen oder Naturmystik im Allgemeinen interessieren, wie auch als Vertiefung für jene, die bereits eine WaldZeit erlebt haben.
 
 
 
Interview von Karsten Küstner mit Ursula und David Seghezzi
Für seine Reihe «Lichter der Wirklichkeit» in seinem Blog stellt Karsten Küstner, Hypnotherapeut aus Hamburg, Menschen und ihre Coachingarbeit vor. Seiner internationalen Klientel macht er die Gesamtlänge des Gesprächs (ca. 2 Stunden) in zwei Teilen zugänglich. Interessierte aus unseren Kreisen sind herzlich eingeladen, diesem persönlich gefärbten und auch für uns selbst inspirierenden Gespräch beizuwohnen!
 
Teil 1 https://hypnoticintent.com/?p=9748/ Veröffentlichung am 1. Februar 2019
Link 2 https://hypnoticintent.com/?p=9750/ Veröffentlichung am 8. Februar 2019
 
 
NATURGANG-IMPULS zum 21. März
 
Dir deine Zeit nehmen…
Dieser Naturgang lädt dich ein, dich ganz mit der Jahreszeitenenergie des Frühlings zu verbinden. Es geht darum zu erkunden, wie es «der Frühling macht»: Es gedeiht, was zur rechten Zeit am rechten Ort in seiner eigenen rechten Zeit wächst. In unserer Kultur sind wir meist zu schnell unterwegs, aber manche Menschen – zum Beispiel wenn sie im Winter zu wenig geruht haben – sind im Frühling zu müde oder gar blockiert. Der Naturgang erkundet «dein» richtiges Tempo. Vielleicht merkst du, dass es «mein» Tempo nicht gibt, sondern eben nur in Beziehung mit der Umgebung. Die Natur ist dabei heilsamer als unsere schnelllebige, getaktete Menschenumgebung.
 
Nimm dir für den Naturgang 2-3 Stunden Zeit (oder mehr). Stell dir einen Wecker auf die Rückkehr-Uhrzeit und ziehe los, vielleicht nutzt du die Tageszeit des Morgens, aber zu jeder Tageszeit ist der Naturgang eine Erfahrung wert. Bau dir zu Beginn des Naturgangs eine Schwelle aus Naturmaterialien. Indem du diese Schwelle (als Kreis oder Linie) legst und übertrittst, fallen alle inneren und äußeren Ansprüche von dir ab, du gelangst in deine dann größtmögliche Präsenz. Folgender Impuls kann dich begleiten:
 
„Geh über die Schwelle und nimm dir die Zeit, die du brauchst, bis du mit den Naturwesen um dich herum schwingst.“
 
 
Herzliche Grüße aus einem zauberhaften Garten, der aus seinem Winterschlaf erwacht ist und nun zu in erster Blüte zu schwingen beginnt! Das Bild zeigt, wie sich unser Aprikosenbaum seine Zeit nimmt…
 
Ursula und David
 
 
 

 

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