Erweiterung Visionssuche

Die transformation in natura® - Ausbildung kann um die Kompetenz „WaldZeit-Visionssucheleitung“ erweitert werden. In zwei Assistenzen bei WaldZeit-Visionssuchen lernen Sie die Struktur, das Handwerk und die Wirkungsweise des Visionssucherituals kennen.

Wir bezeichnen die Visionssuche als ein „mythopoetisches Verfahren“ (ein Begriff von Steven Foster, einem Pionier der amerikanischen Visionssuchebewegung), im Unterschied zu gestalteten Gruppenritualen, die wir als mythodramatische Rituale bezeichnen. „Mythopoetisch“ bedeutet, dass der Fokus bei der Visionssuche (und ähnlich gestalteten rituellen Solozeiten in der Natur) ganz auf der Einzelperson liegt. Sie erlebt alleine in der Natur ihren eigenen „persönlichen Mythos“, d.h. die eigene sinnstiftende Geschichte, die das Leben neu ausrichtet. Der Kern der Leitung solcher Prozesse liegt darin, einen Raum zu schaffen, in dem Menschen vertrauensvoll loslassen und in den offenen Raum der Visionssuche eintauchen können. Nach der Rückkehr helfen wir durch die Methode des Spiegelns, dass die wesentlichen Erkenntnisse aus der eigenen Geschichte bewusst erfahren und bekräftigt werden.

 

Die Eigenart der transformation in natura® - Visionssuche

In unserer Visionssuchearbeit teilen wir die Grundsätze, wie sie im deutschsprachigen Visionssuche-Netzwerk (in dem wir Mitglied sind) formuliert wurden. Auf eine sorgfältige Vorbereitungszeit und folgen vier Tage und Nächte in der Natur. Wir haben bei Haiko Nitschke das Handwerk der Leitung von Visionssuchen und seine Philosophie gelernt. Haiko wiederum hat bei Steven Foster und Meredith Little in Amerika gelernt, welche die Tradition der „School of lost borders“ begründet haben. Dankbar haben wir dieses Erfahrungswissen übernommen und das Unsere beigefügt. Gleichwohl unterscheidet sich unser Visionssuche-Ansatz in einigen Punkten von den Anbietern, die in der "school of lost borders" stehen.

Wir stellen uns in die Tradition der mitteleuropäischen Überlieferung und arbeiten sowohl was die Struktur, den Ablauf und die inhaltliche Herangehensweise betrifft mit den europäischen Märchen. Sie sind die Überlieferung unserer eigenen indigenen Vorfahren und sind keine Kindermärchen, sondern Mär: Kunde vom Land der Seele (siehe dazu auch Ursulas neuestes Buch "Im Land der Seele"). Wer nach unserem Ansatz Visionssuche leiten lernt, übt den herrschaftskritischen Blick auf unsere Überlieferung üben und liest die Symbolbilder in den Märchen in ihrerm ursprünglichen Initiationszusammenhang.

Im Unterschied zu anderen Visionssuche-Anbietern verwenden wir in unserer Visionssuchearbeit den Lebenskompass als ein europäisches Lebensrad (und nicht das aus Amerika stammende Rad der Vier Schilde) und zeigen auf, wie und in welchen Bildern die europäische Überlieferung noch das alte Wissen um Initiation und Übergangsrituale bewahrt hat. So ermöglichen wir unseren Teilnehmenden nicht nur die Rückverbindung an die persönlichen (Seelen-)Wurzeln, sondern auch die Rückverbindung an die eigenen kulturellen Wurzeln. Aus Gründen der Tradition, aber auch der Ökologie finden unsere Visionssuchen in unseren heimischen Wäldern statt. Aus diesem doppelten Grund bezeichnen wir unsere Visionssuchen als WaldZeit.

In unserer Ausbildung in Visionssucheleitung ist es uns zudem sehr wichtig, dass sich die Leitenden in ihrer Arbeit an den Qualitäten der Jahreszeiten ausrichten. Visionssucheleitung erfordert daher die Schulung ganz unterschiedlicher Fähigkeiten: In der Vorbereitungsphase (die der Jahreszeit des Herbstes entspricht) die Fähigkeit der präzisen Führung und des innerlichen Loslassen, wobei der Fokus nicht auf der Biographie der Teilnehmenden, sondern ganz auf die Energieführung des Rituals und damit an den Dienst am Wirken des Höheren liegt. In der Schwellenphase (die dem Winter entspricht) geht es um die Fähigkeit, ganz ins Vertrauen zu finden und für den Notfall bereit zu sein. Hier ist die eigene Anbindung, der eigene spirituelle Boden, die eigene Inuition gefragt. Die Nachbereitungszeit (die dem Frühling entspricht) erfordert die Fähigkeit zum Improvisieren – das Spiegeln der Geschichten ist ein unplanbarer, wunderbarer Tanz durch die Gefühle und Weisheiten menschlicher Lebensfacetten.

Das Wichtigte, was wir auf der Ebene der inneren Haltung zum Visionssucheleiter/in vermitteln wollen, ist die Haltung des Nicht-Tuns, des Nicht-Wissens, des Nicht-Wollens. Es gehört also nicht nur die Reflexion der eigenen Projektionsprozesse dazu, sondern auch die Reflexion der eigenen Selbstbezogenheit in der Leitungsrolle. Wer Rituale leitet, versteht sich als Diener / Dienerin einer Mehr-als-nur-menschlichen-Kraft.

 

Kerninhalte der Erweiterung Visionssucheleitung

  • Erstellen der Dokumentation des Ablaufs einer WaldZeit-Visionssuche

  • Kenntnis über Organisation und Material

  • Kenntnis über die rituelle Gestaltung und den energetischen Verlauf

  • Kenntnis über die Rolle und die Aufgaben des/der VisionssucheleiterIn

  • Kenntnis über die Bedeutung und die Gestaltung der einzelnen Gruppen-Teachings

  • Austausch über schwierige Fälle, ungewöhnliche Verläufe, Schwellenkontakte und die eigene Rolle/Kompetenz im Umgang damit

  • Verfeinerung der Technik des Spiegelns und der eigenen Spiegel-Kompetenz

  • Achtsamkeit über die rituelle und energetische Bewegung für und mit sich selbst, Selbstfürsorge in der Visionssucheleitung

  • Kenntnis über Projektionsverhalten und Ethik

  • Schulung der Leitung aus der Haltung des Nicht-Tuns, Dienst am Ritual als Dienst am höchsten Lebensprinzip (Verantwortung für den guten Rahmen, aber nicht für den Inhalt und den - scheinbaren - Erfolg)

Die Termine für die beiden Visionssuche-Assistenzen sind frei wählbar aus unseren Visionssuchegruppen - nach Möglichkeit innerhalb der beiden Ausbildungsjahre.