Jahreszeitenrituale als Paar erleben...

Jahreszeitenrituale als Paar erleben...

Dass wir unsere Naturrituale als Paar begehen, beglückt und bereichert unsere Beziehung immer wieder. Jedes Jahreszeitenritual gibt uns die Chance zum Innehalten, je für uns persönlich, aber eben auch als Paar. Den diesjährigen Impuls zum Schnittritual zum 1. August (siehe aktueller Newsletter) nutzten wir, um auf einen Abschnitt in unserer Beziehung zurück zu blicken, bei dem wir ahnten, dass wir an einigen Stellen Gefühle übergangen oder zumindest nicht in ihrer Tiefe gemeinsam durchlebt hatten.
Der Impuls schlägt ja vor, eine Lebenslinie im Gelände/Wald auszulegen, bzw. zu begehen und dann im Inneren die eigene Geschichte nochmals in den wichtigsten Stationen zu durchlaufen, und derweil im Außen zu erleben, welche neuen Perspektiven sich aufgrund der Einwirkung der Natur ergeben. Im Unterschied zu einer solchen Arbeit im Rau

m geben wir den Naturwesen draußen die Chance, bei der Heilung und Bewusstwerdung mitzuwirken. Nicht zufällig setzt sich dann plötzlich eine Biene auf die Blume, die zuvor stellvertretend für das eigene Kind betrachtet wurde. Und nicht zufällig fällt in einem bestimmten Moment der Blick auf die Eibe, die man vorher übersehen hatte. Oder der Wind schlägt einem einen Ast ins Gesicht und legt damit die Aufmerksamkeit – buchstäblich schlagartig – auf das gerade Gedachte und Gefühlte... Auf diese Weise ergeben sich von alleine neue Perspektiven und heilsame Bewegungen. Ungut Getanes kann neu getan werden. Unterlassenes kann symbolisch nachgeholt werden. Die eigene Geschichte kommt so wieder «in Ordnung» - heißt: sie fügt sich wieder in die große Bewegung des Lebens ein. Wo wir uns abgetrennt haben, fühlen wir wieder Zugehörigkeit, Mut und Liebe. Weil wir die Verantwortung dafür bewusst und ganz übernommen haben.

Dasselbe gilt auch für die Paarbeziehung. Wir sehen sie wie ein eigenes Lebewesen an. Methodisch machten wir es so: Wir liefen gemeinsam einen bestimmten, vorher definierten Zeitabschnitt im Hinblick auf ein bestimmtes Thema unserer Beziehung ab. Einer ging rechts, einer links vom Weg. Bei jeder Station hielten wir inne, tauschten uns über die Erinnerungen aus und fühlten gleichzeitig in die Wahrnehmung des Ortes im Wald hinein und teilten auch diese Empfindungen und Erkenntnisse. Manchmal waren sie ähnlich, oft waren sie aber sehr unterschiedlich! Wir weinten, wo geweint werden musste und lachten, wo wir eine neue Perspektive erlangten. So gingen wir gemeinsam bis zum Heute-Platz. Danach kehrten wir zum Anfangspunkt zurück und wechselten die Seiten, ganz nach dem indianisch überlieferten Spruch: «Du verstehst einen Menschen erst, wenn du eine Zeitlang in seinen Mokassins gegangen bist» (oder so ungefähr...). Also erlebten wir die Perspektive des anderen direkt über die Natur- und Landschaftserfahrung. Und zugleich erlebten wir uns je selbst durch den leicht distanzierten Blick des anderen. Ein sehr erkenntnisreicher, berührender, heilsamer Prozess! Schlüsselmomente zeigten sich, und auch, was es da noch zu tun gab, was wir im Alltagsgeschehen zu tun verpasst hatten. Das holten wir nun symbolisch nach. Wieder am Jetzt-Platz angekommen waren wir voller Kraft und Liebe...!

Natürlich muss man sich als Paar in eine solche Naturarbeit hinein üben. Und die Voraussetzung ist, dass der Einzelne die volle Verantwortung für sein Empfinden und Erleben übernimmt. Wenn ein Paar oder einer von beiden (aus welchen Gründen auch immer) dies nicht kann, dann empfiehlt es sich, einen solchen Paar-Naturgang in Begleitung eines ausgebildeten Naturcoaches zu machen. Gerne vermitteln wir von uns ausgebildete Naturcoachinges in eurer Nähe!